An einem Tag 900 Bäume gepflanzt!

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Das Ringeisen-Gymnasium unterstützt die UN-Aktion.
Schule draußen bei Sonnenschein? Kaum ein Schüler würde da nein sagen! Und so versammelte sich der Grundkurs Englisch der 12. Jahrgangsstufe des Ringeisen-Gymnasiums mit seiner Englischlehrerin Karolina Spengler in einem Waldstück im Bereich Herrgottsruh zwischen Ursberg und Edenhausen. Doch englische Grammatik und Literatur standen nicht auf dem Unterrichtsplan. Stattdessen griffen die Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihrer Lehrerin zum Spaten und pflanzten einen Tag lang Bäume, Bäume, Bäume … Angeleitet und unterstützt wurden sie dabei von Hubert Forstner vom Amt für Landwirtschaft und Forsten in Krumbach.

Die wundersame Entwicklung vom Schüler zum „Forstgehilfen“ hat folgenden Hintergrund. Seit 1977 pflanzte die im Jahre 2004 mit dem Friedensnobelpreis geehrte kenianische Umweltaktivistin Wangari Maathai 30 Millionen Bäume in Afrika. Die Vereinten Nationen griffen die Idee auf und in Zusammenarbeit mit der UN-Umweltorganisation UNEP (United Nations Environment Programme) entstand „Plant for the Planet – Billion Tree Campain“. Eine Milliarde (engl. Billion) Bäume sollten 2007 weltweit gepflanzt werden. Nach den neuesten UN-Klimaberichten ist dieses Thema aktueller denn je: Jede Pflanze baut durch Photosynthese Biomasse auf, die Kohlenstoff enthält und bindet somit das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid, das unter anderem zur Erwärmung unseres Planeten beiträgt. „Plant for the Planet“ ist eine Aktion, an der sich weltweit vorwiegend engagierte Jugendliche, Schulklassen und ganze Schulen beteiligen, die dieses ehrgeizige Ziel der Vereinten Nationen unterstützen. Auch das Ringeisen-Gymnasium Ursberg ist dabei und liegt mit 900 (neunhundert!) bereits gepflanzten Bäumen deutschlandweit auf dem Spitzenplatz – gefolgt von einer Schule, die 700 Bäume versprochen hat, und einer, die 500 bereits gepflanzt hat.

rgu-baume-9.jpgDie Initiative für die Teilnahme kam von der Ursberger Englischlehrerin Karolina Spengler, die es schon immer verstand, fachübergreifend den Unterricht in englischer Sprache mit aktuellen Themen zu verknüpfen und damit Schulstunden wie Projektbeiträge lebensnah zu gestalten. Als Experte vor Ort konnte der Förster Hubert Forstner gewonnen werden. Er besorgte die jungen Bäumchen und betreute die Pflanzaktion. Aufgeforstet wurde von den Jugendlichen nicht irgendein Stück Wald, sondern eines aus dem Besitz des Trägers der Schule, der St. Josefskongregation, die auch die Kosten für die Bäume übernahm. Hubert Forstner zeigte sich im Gespräch besorgt über die Entwicklung des Waldes in Deutschland. Er erklärte, dass die häufig von Waldbauern gepflanzte Fichte sehr unter dem Borkenkäfer leide und sagte: „Wenn es in diesem Jahr so trocken und warm bleibt, schafft der Borkenkäfer locker eine ganze Generation mehr und wir haben im Herbst eine echte Massenentwicklung.“ Im konkreten Fall wurden deshalb keine Nadelbäume, sondern Buchen und Wildkirschen gepflanzt. Forstner war mit der Arbeitskraft seiner jugendlichen Helferinnen und Helfer zufrieden: rgu-baume-3.JPG„Sie schaffen nicht so schnell wie die Profis, aber sie haben gute Arbeit geleistet.“ Auch Karolina Spengler, die im Vorfeld viel zu organisieren hatte – bis hin zur Beschaffung der T-Shirts mit dem Logo der Aktion – freute sich über das Engagement ihres Kurses: „Während andere diskutieren, pflanzen wir Bäume!“

Wird die Milliarde erreicht werden? Bis jetzt wurden weltweit ca. 800 Millionen Bäume versprochen und etwa zehn Millionen gepflanzt. Das Ringeisen-Gymnasium hat seinen Anteil geleistet – eine Aufstockung ist durchaus noch denkbar. Doch jenseits aller Zahlen wird „Plant for the Planet“ ein Erfolg sein. Jede teilnehmende Gruppe profitiert allein schon vom Gemeinschaftserlebnis und dem Gefühl, Teil einer großen Jugendbewegung zu sein. Im Großen betrachtet steht natürlich der Umweltschutzgedanke mehr im Vordergrund – aber vergessen sollte man dabei auch nicht, dass Wangari Maathai ihren Nobelpreis für die Erhaltung des Friedens bekommen hat.

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Christian Pagel

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