
Aktualisierte Fassung vom 15. Januar 2026
DIE ZEIT berichtet in ihrer Ausgabe vom Donnerstag, 6.2.2025, auf Seite 25 unter dem Titel „Umweltschützer, die für Villen roden” über private Immobilieninvestitionen der Eheleute Finkbeiner in Tulum, Mexiko, und die Haltung der Plant-for-the-Planet Foundation, Deutschland, hierzu.
Es geht im Kern um zwei Sachverhalte: den geplanten, aber nicht durchgeführten Ankauf einer Immobilie am Strand von Tulum, Mexiko, durch die Plant-for-the-Planet A.C., Mexiko, einen rechtlich selbständigen gemeinnützigen Verein und Partner der Plant-for-the-Planet Foundation, Deutschland, bei der Renaturierung von Wäldern auf der Yucatan-Halbinsel in Mexiko. Sowie die Aktivitäten des Immobilienentwicklers Tankah Enterprise, ein privates Unternehmen der Eheleute Frithjof und Karoline Finkbeiner, in Tulum. Dort werden im Rahmen der Stadtentwicklung auch von der Tankah Enterprise Grundstücke gerodet, um Wohnhäuser und Infrastruktur zu errichten.
Die Tankah Enterprise hatte 2022 Vorverträge für den Erwerb von zwei Immobilien am Strand von Tulum abgeschlossen und erhebliche Anzahlungen geleistet. Diese Vorverträge sollten im Mai 2023 von der Plant-for-the-Planet A.C., Mexiko, übernommen werden mit dem Ziel, einen wahrscheinlichen Veräußerungsgewinn zur Finanzierung ihrer gemeinnützigen Aktivitäten zu nutzen. Der Verkauf der Immobilien an die Plant-for-the-Planet A.C., Mexiko, wurde im Ergebnis nie durchgeführt. Bis zu einer Anfrage von DIE ZEIT am Freitag, 31.1.2025, bezüglich einer dieser Immobilien hatte die Plant-for-the-Planet Foundation, Deutschland, keinerlei Kenntnis von diesem Sachverhalt. Da der Kauf im Ergebnis nicht durchgeführt wurde, ergab auch eine hiervon unabhängige routinemäßige Überprüfung der Finanzen der Plant-for-the-Planet A.C., Mexiko, im Auftrag der Plant-for-the-Planet Foundation, Deutschland, als deren größte Geldgeberin Ende 2023 keine Hinweise auf die geplanten Transaktionen.
Die Plant-for-the-Planet A.C., Mexiko, wird in wesentlichen Teilen durch zweckgebundene Zuwendungen aus Unternehmenspartnerschaften und Spenden der Plant-for-the-Planet Foundation, Deutschland, finanziert. Diese hätte Planungen für den spekulativen Kauf einer Immobilie, auch wenn dieser nach mexikanischem Recht grundsätzlich legal ist – und sei es zum Zweck der Vermögensbildung für den gemeinnützigen Verein – keinesfalls gebilligt. Dies haben wir gegenüber der Plant-for-the-Planet A.C., Mexiko, auch deutlich gemacht.
Transparentes Handeln, die klare Abgrenzung von privatwirtschaftlichen Aktivitäten der Familie Finkbeiner oder anderer aktueller und ehemaliger Funktionsträger und die bestimmungsgemäße Verwendung der Zuwendungen und Spenden unserer Unterstützer sind uns sehr wichtig. Seit 2023 haben wir bereits wichtige Veränderungen herbeigeführt:
- Die Plant-for-the-Planet Foundation, Deutschland, hat im Verlauf des Jahres 2023 ihren Vorstand und Stiftungsrat neu aufgestellt. Den Entscheidungsgremien der Stiftung gehören heute keine Mitglieder der Familie Finkbeiner mehr an. Der hauptamtliche Vorsitzende des Vorstands, Jens Waltermann, ist Jurist mit großer Erfahrung in der Bildung junger Menschen und der Führung internationaler Organisationen im kommerziellen wie im gemeinnützigen Sektor. Der neue Vorstand verfolgt einen Kurs der Transparenz und der engen Überwachung der bestimmungsgemäßen Verwendung von Spenden und Sponsorengeldern.
- Die in der Tankah Enterprise tätigen Eheleute Finkbeiner bekleiden keine Ämter mehr in der Plant-for-the-Planet Foundation, Deutschland. Auch im mexikanischen Verein halten sie keine Ämter mehr.
- Felix Finkbeiner ist in der Plant-for-the-Planet Foundation, Deutschland, weiterhin tätig und für den Bereich Forest Restoration (Waldschutz und Renaturierung) zuständig. Er bringt seine volle Arbeitskraft und Überzeugung in die Organisation ein, auch wenn er keine rechtlichen Entscheidungs- oder finanziellen Dispositionsbefugnisse jenseits seiner Tätigkeit als Teamleiter hat. Felix ist über die deutsche Immobilienholding Finkbeiner Familien GmbH & Co KG neben seiner Mutter und seinen Schwestern als Minderheitsgesellschafter an der Tankah Enterprise beteiligt. Er nahm und nimmt allerdings keine operativen Aufgaben wahr und hat nur sehr begrenzten Zugang zu Informationen über laufende Geschäfte.
- Wir haben, wie oben erwähnt, erst Ende 2023 bei der Plant-for-the-Planet A.C., Mexiko, und mit deren Zustimmung eine routinemäßige Prüfung aller größeren Finanztransaktionen der letzten 10 Jahre durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Crowe durchführen lassen. Das Ergebnis brachte keine Beanstandungen.
Mithilfe der EUR 23 Mio, die wir zwischen 2014 und 2024 in Mexiko für die Projektarbeit eingesetzt haben, wurden u.a. folgende Ziele erreicht:
- Erwerb, bzw. langfristige Pacht von Grundstücken zum Zweck der Renaturierung und des Waldschutzes in der Region um Constitucion, sowie Pflanzung von 21,45 Mio Baumsetzlingen;
- Aufbau eines „Campus” für ca. 120 Mitarbeitende in Constitución, Campeche, Mexiko. Er besteht aus Wohnhäusern für etwa 30 Mitarbeitende, Büros, einer Baumschule sowie botanischen Forschungseinrichtungen.
- Mitte 2024 wurde ein neuer Rahmenvertrag mit der Plant-for-the-Planet A.C., Mexiko, geschlossen, der den Nachweis der Aktivitäten und Mittelverwendung noch einmal engmaschiger gestaltet als in den Jahren zuvor. So erfolgen:
- zwei-wöchentliche Videotelefonate zwischen der Führung der Plant-for-the-Planet Foundation, Deutschland, und der Führung der Plant-for-the-Planet A.C., Mexiko;
- halbjährlich schriftliche Reports zu den wesentlichen Aktivitäten des mexikanischen Vereins;
- das tagesgenaue Nachhalten aller Baumpflanzungen in der „Tree Mapper” App, die die genaue Menge und Position aller gepflanzten Setzlinge enthält;
- die Einrichtung von „Monitoring Plots” anhand derer die Überlebensraten der gepflanzten über 40 Baumarten in unterschiedlichem Gelände über Zeit ermittelt und nachgehalten werden können.
- Felix Finkbeiner und Plant-for-the-Planet setzen sich für die Renaturierung von Wäldern und das Pflanzen von Bäumen ein. Parallel entwickelt die Tankah Enterprise als Immobilienentwickler Grundstücke in einem neuen Stadtgebiet nahe dem Zentrum von Tulum und führt dort derzeit Rodungsarbeiten durch. Wir bedauern solche Rodungen grundsätzlich, konzentrieren unsere Arbeit aber auf den Schutz und die Wiederherstellung großer, artenreicher Waldgebiete, die sich langfristig schützen lassen.
- Im Artikel werden Vorwürfe aus einem älteren Artikel der Autor*innen über Plant-for-the-Planet wiederholt. Einige dieser Vorwürfe konnten wir seit der ersten Veröffentlichung entkräften – unter anderem den Vorwurf, Flächen zu bepflanzen, für die keine Pflanzgenehmigungen vorgelegen hätten. Die fraglichen Flächen liegen einerseits im Calakmul Reservat, wo wir uns am Waldschutz beteiligen und nicht pflanzen, sowie in der Pufferzone des Balam-Kú Reservats, wo keine Genehmigung notwendig ist. Die Berechnung der Überlebensraten haben wir, wie oben erwähnt, deutlich verbessert und veröffentlichen diese regelmäßig auf unserer Website.
Seit dem Erscheinen des Artikels haben wir außerdem eine Reihe von Maßnahmen zur Aufklärung der Vorgänge rund um den geplanten Kauf der Immobilien in Tulum und zur Verhinderung künftiger solcher oder ähnlicher Planungen oder Transaktionen ergriffen:
- Plant-for-the-Planet A.C., Mexiko, hat eng mit der Plant-for-the-Planet Foundation zusammengearbeitet, sodass der Vorfall umfassend aufgearbeitet werden konnte.
- Alle Zahlungen der Plant-for-the-Planet Foundation Deutschland an den Verein Plant-for-the-Planet A.C., Mexiko, wurden während dieser Aufarbeitung ausgesetzt und erst im Dezember 2025 wieder aufgenommen. Raúl Negrete, ehrenamtlicher Präsident des gemeinnützigen Vereins Plant-for-the-Planet A.C., Mexiko, ließ während der Aufarbeitung sein Amt vom 20.2.2025 bis zum 5.12.2025 ruhen. Der Verein leitete außerdem eine Neubesetzung seines Vorstands ein. Das neue Gremium, das unterschiedliche Fachkompetenzen vereint, soll künftig die Vereinsgeschäfte intensiver überwachen und die Einhaltung von Compliance-Richtlinien sicherstellen.
- Neben Raúl Negrete wurden Norma Leticia Olmedo Simbrón als Schatzmeisterin sowie Jocelyn Durán Murrieta, Leiterin von SEMABICCE (dem Umweltministerium des Bundesstaates Campeche), als Beisitzerin in den Vorstand berufen. Nancy Arely Soberánis Martin verstärkt das Gremium als Schriftführerin.
- Raúl Negrete hat sämtliche Anteile an der Tankah Enterprise verkauft, um künftige Interessenkonflikte zu vermeiden. Dazu liegt der Plant-for-the-Planet Foundation ein unterzeichneter und notariell beglaubigter Vertrag über den Verkauf der Beteiligung vor.
Die Plant-for-the-Planet A.C., Mexiko, blickt jenseits der angedachten fehlgeleiteten Immobilieninvestitionen auf eine sehr erfolgreiche Renaturierungsarbeit zurück. Die Zusammenarbeit ist auch in der aktuellen Situation sehr konstruktiv und wir arbeiten gemeinsam daran, diese wieder dauerhaft auf eine vertrauensvolle Basis zu stellen, damit auch unsere Unterstützer*innen ihr wieder uneingeschränkt vertrauen können.
Wir danken unseren Spender*innen und Unternehmenspartner*innen und werden alles tun, um auch weiterhin mit wirksamer Klimabildung und dem Empowerment junger Menschen sowie mit starken Projekten zu Waldschutz und Renaturierung in Ghana, Mexiko, Spanien und vielen weiteren Ländern zu überzeugen.
Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf, wenn Sie zu unserer Arbeit oder zur Berichterstattung noch weitere Fragen haben: [email protected].













