
Wir freuen uns darüber, dass die brasilianische Regierung die Entwaldung im Amazonasgebiet in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen gesenkt hat und mit der Deforestation Roadmap (Roadmap on Enhancing Efforts Towards Halting and Reversing Deforestation and Forest Degradation by 2030) international eine Führungsrolle übernimmt.
„Die Roadmap ist nur so stark wie die Länder, die sich dahinter versammeln. Deutschland sollte deshalb zügig einen eigenen Umsetzungsplan (National Pathway) erarbeiten und veröffentlichen. Als einer der größten Finanzierer des Regenwaldschutzes sollte Deutschland als gutes Beispiel vorangehen“, sagt Felix Finkbeiner, Gründer von Plant-for-the-Planet.
Damit wir die Regenwälder erfolgreich schützen, sollte Deutschland insbesondere:
- Die EUDR konsequent umsetzen und ausweiten: Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) tritt zum Jahresende in Kraft. Deutschland sollte die Verordnung von Anfang an konsequent durchsetzen und gemeinsam mit der EU-Kommission dafür sorgen, dass auch die anderen EU-Staaten dies tun. Darüber hinaus sollte sich Deutschland dafür einsetzen, die EUDR auf weitere Rohstoffe wie Gold auszuweiten, die zur Entwaldung beitragen.
- Die TFFF-Investition verdoppeln: Deutschland hat eine Investition in den globalen Regenwaldfonds von 1 Mrd. Euro über die nächsten 10 Jahre zugesagt. Als Reaktion auf Lulas Wiederwahl und die Deforestation Roadmap sollte Deutschland seinen Beitrag verdoppeln. Damit rückt Deutschland näher an Norwegen heran, das 3 Mrd. US-Dollar zugesagt hat.
- Das Biodiversitätsfinanzierungsziel einhalten: Deutschland hat versprochen, ab 2025 jährlich 1,5 Mrd. Euro für die globale Finanzierung der Biodiversität zur Verfügung zu stellen. Dieses Versprechen, von dem auch Waldökosysteme profitieren, wurde bisher nicht eingelöst. Besonders wichtig sind dabei Finanzierungsmechanismen für indigene und traditionelle Gemeinschaften, deren Territorien zu den biodiversitätsreichsten Gebieten der Welt gehören.
Auf der anstehenden UN-Klimakonferenz COP 31 wird es zudem wichtig sein, dass multilaterale Fonds für Klima- und Biodiversitätsschutz aufgefüllt werden und ein Fahrplan für eine gerechte Transformation konkretisiert wird. Nach Jahrzehnten der Klimaverhandlungen sind wir jetzt in der Phase der Umsetzung angelangt. Waldschutz wird nur in Verbindung mit effektiven Maßnahmen zum Klimaschutz erfolgreich sein.
„Die Regierungen der Welt haben sich 2021 verpflichtet, die Entwaldung bis 2030 zu stoppen und umzukehren. Mit wenigen Ausnahmen wie Brasilien sind wir weit davon entfernt, dieses Ziel zu erreichen. Brasilien hat nun einen Plan vorgelegt, wie die Staatengemeinschaft ihr Versprechen einlösen kann. Ich hoffe, die Welt nutzt diesen Plan”, fügt Finkbeiner hinzu.
Über die Roadmaps
Brasilien hat zum Ende der UNFCCC-COP 30 eine „Forest and Climate Roadmap“ bekannt gegeben, die den Startschuss für einen einjährigen Konsultationsprozess mit anderen Ländern, Forschungsinstituten, indigenen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Akteuren war. Es ging darum, die größten Blocker und auch Hebel zu erkennen, welche es Ländern ermöglichen, das gesetzte Ziel des Abholzungs-Stopps bis 2030 zu erreichen. Die Roadmap wurde heute, zusammen mit der „Roadmap to Phase Out Fossil Fuels“, um 14:00 deutscher Zeit in Brasilia, Brasilien, vorgestellt. Die Roadmap ist ein Fahrplan für Staaten, um auf nationaler und internationaler Ebene Gesetze und Finanzströme so umzugestalten, dass sie das Erreichen der Wald-Ziele möglich macht.
Bei Fragen zur Deforestation Roadmap stehen Ihnen unsere Expert*innen Jule Schnakenberg (Policy Advisor) und Felix Finkbeiner gerne zur Verfügung. Bitte melden Sie sich dafür bei Victoria Krumbeck (Pressereferentin) [email protected] oder unter der +49880892108131.
Über Plant-for-the-Planet
Plant-for-the-Planet ist eine weltweite Klimaschutzinitiative, die 2007 von dem damals neunjährigen Felix Finkbeiner gegründet wurde. Die Organisation befähigt Kinder und Jugendliche durch Klimabildung zum aktiven Handeln und hat bis heute über 100.000 Botschafter*innen für Klimagerechtigkeit in 76 Ländern ausgebildet. Gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften treibt die Organisation die wissenschaftsbasierte Wiederherstellung biodiverser Wälder voran. Neben der praktischen Renaturierungsarbeit entwickelt die Initiative open-source Software zur Professionalisierung von Renaturierungsprojekten. Zudem setzt sich Plant-for-the-Planet politisch für effektiven Waldschutz und globale Klimagerechtigkeit ein.







