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29. Juli 2026
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Plant-for-the-Planet
Press Release

Nach den Waldbränden in Europa: Wie die Wiederherstellung von Wäldern gelingt

Tutzing, 29. Juli 2026. Die schweren Waldbrände im Südwesten Europas haben laut Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) mehr als 350 000 Hektar Wald in Spanien, Frankreich und Italien verbrannt – eine Fläche, die fast so groß ist wie Mallorca. Die Schäden sind für Mensch und Natur erheblich. Wo Wälder nicht mehr von selbst nachwachsen können, braucht es gezielte Maßnahmen zur Wiederherstellung.

Dr. Anna Gee, Waldökologin bei Plant-for-the-Planet, sagt: „Ob Wiederherstellungsmaßnahmen notwendig sind, hängt vor allem von drei Faktoren ab: der Größe der betroffenen Fläche sowie der Häufigkeit und der Intensität der Brände. Wälder, die zum ersten Mal von einem Waldbrand betroffen sind, können sich meistens von alleine regenerieren. Oft befinden sich im Boden der verbrannten Fläche noch genügend Pflanzensamen, die nach einem Brand wieder keimen können. Bei kleinen Brandflächen können sich Samen von umliegenden gesunden Wäldern ausbreiten und dazu führen, dass neue Pflanzen wachsen und sich der Wald nach und nach regeneriert.“

Wann Renaturierung sinnvoll ist 

Wenn Waldflächen wiederholt von Bränden betroffen sind, verschlechtert sich ihre Fähigkeit zur natürlichen Regeneration. Samen können zerstört werden und auch die Bodenstruktur sowie die Nährstoffverfügbarkeit leiden. Dadurch fällt es dem Wald zunehmend schwer, sich aus eigener Kraft zu erholen. In diesem Fall sollten Renaturierungsmaßnahmen hinzugezogen werden.

„Das Waldwachstum muss genauestens beobachtet werden. Es dauert Jahrzehnte, bis sich Wälder von solch einem Schaden erholen. Selbst wenn sich der Wald von selbst regeneriert, können sich invasive Arten schnell ausbreiten und heimische Pflanzen verdrängen. Dadurch kann das ökologische Gleichgewicht langfristig gestört werden. Ziel jeder Renaturierung in Waldbrandgebieten ist es, widerstandsfähigere und künftig besser an Waldbrände angepasste Ökosysteme zu schaffen“, erklärt Dr. Gee.

Waldbrände befeuern die Klimakrise

Waldbrände setzen zudem große Mengen CO₂ frei, die über Jahrzehnte in Bäumen und Böden gespeichert wurden. „Wir befinden uns in einem Kreislauf, der unbedingt durchbrochen werden muss. CO₂ ist Nahrung für die Klimakrise. Gleichzeitig erhöht die Klimakrise die Wahrscheinlichkeit extremer Hitzewellen und damit auch das Risiko für Waldbrände“, sagt Felix Finkbeiner, Gründer von Plant-for-the-Planet. 

„Die Politik muss die Klimakrise endlich wieder zur Priorität machen. Wenn wir unsere Klimaziele nicht einhalten, ist das erst der Vorgeschmack, der uns in den nächsten Jahren erwarten wird“, fügt Finkbeiner hinzu. 

Waldbrände waren 2025 für 42 % des globalen Waldverlustes verantwortlich – Tendenz steigend.

Wie Renaturierung gelingt

2017 haben bereits ähnliche Brände große Teile des Doñana-Naturparks im Süden Spaniens zerstört. Da sich diese Wälder nur sehr schlecht selbst regenerieren können, arbeitet Plant-for-the-Planet eng mit der Regierung zusammen, um die zerstörten Wälder wieder aufzuforsten. Seit 2021 wurden in dem Projekt bereits über 600.000 Bäume gepflanzt. 

Über Plant-for-the-Planet

Plant-for-the-Planet ist eine weltweite Klimaschutzinitiative, die 2007 von dem damals neunjährigen Felix Finkbeiner gegründet wurde. Die Organisation befähigt Kinder und Jugendliche durch Klimabildung zum aktiven Handeln und hat bis heute über 100.000 Botschafter*innen für Klimagerechtigkeit in 76 Ländern ausgebildet. Gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften treibt die Organisation die wissenschaftsbasierte Wiederherstellung biodiverser Wälder voran. Neben der praktischen Renaturierungsarbeit entwickelt die Initiative open-source Software zur Professionalisierung von Renaturierungsprojekten. Zudem setzt sich Plant-for-the-Planet politisch für effektiven Waldschutz und globale Klimagerechtigkeit ein.

Medienkontakt: Victoria Krumbeck | Pressereferentin | +49 8808-92108131 | [email protected]