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März 11, 2026
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Prem Raval

WSDS 2026: Eindrücke vom World Sustainable Development Summit – als Delegierter von Plant-for-the-Planet

„परिवर्तन/Parivartan“ bedeutet Transformation. Der Veranstalter des World Sustainable Development Summit 2026, TERI, hat dieses Motto bewusst für die Silberjubiläums-Ausgabe des Gipfels gewählt. Im Mittelpunkt standen „Visionen, Stimmen und Werte für einen nachhaltigen Wandel“. Nach drei intensiven Tagen wurde mir klar, warum.

Ich war schon auf vielen Konferenzen – aber diese hat sich anders angefühlt. Nicht unbedingt wegen der Größe, obwohl mehr als 2000 Delegierte aus aller Welt beeindruckend sind. Sondern wegen der Atmosphäre. Die Gespräche wirkten dringlicher, ehrlicher. Es fühlte sich an, als hätten die Menschen aufgehört, Besorgnis nur zu äußern – und würden stattdessen ernsthaft darüber nachdenken, was wir jetzt konkret tun müssen.

Ich war als Delegierter der Plant-for-the-Planet Foundation vor Ort, gemeinsam mit vier Kolleg*innen aus unserem Empowerment-Team: Dharmendra Kapri (Cluster Head), Rohit Bisht (Programmkoordinator) sowie unseren Mentees Harshita und Hema. Jede und jeder von uns brachte einen eigenen Fokus mit – aber alle arbeiteten an verschiedenen Aspekten derselben Mission.

Natürlich hatten wir auch „Die Gute Schokolade“ dabei. Wir haben sie an viele Teilnehmende verteilt – und sie hat genau das getan, was „Gute Schokolade“ tun sollte: Menschen zum Lächeln bringen, Gespräche starten und Neugier auf unsere Arbeit wecken.

Plant-for-the-Planet Delegierte verteilten “Die Gute Schokolade” beim WSDS 2026.

Worum es in den Veranstaltungen ging

Die Plenarsitzungen machten gleich zu Beginn deutlich, wie ernst die Lage ist. Die Zahlen sind schwer zu ignorieren: Bis 2030 müssten die globalen Emissionen um 43 % sinken. Mit den aktuellen nationalen Zusagen kommen wir allerdings nur auf etwa 2 %. Und von den 17 Zielen der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) sind derzeit nur 13 % auf Kurs. Das ist die Realität, vor der die Konferenz stand.

Einige Veranstaltungen sind mir besonders im Kopf geblieben.

  • In „Transforming through and for Nature“ ging es darum, Renaturierung nicht nur als einzelne Maßnahme zu betrachten, sondern als strategischen Ansatz. Naturbasierte Lösungen tauchten in Diskussionen über Finanzierung, Technologie, Industrie und Energie immer wieder auf. Vor fünf Jahren war das noch deutlich seltener der Fall – hier ist also wirklich Bewegung zu spüren.
  • „The Future Tech“ beschäftigte sich mit KI, Biotechnologie und grüner Chemie als Werkzeuge für Klimaschutz. Spannend fand ich vor allem den gemeinsamen Nenner vieler Beiträge: Die überzeugendsten Zukunftsvisionen waren nicht technologiezentriert, sondern von der Natur inspiriert und durch Technologie unterstützt. Dieser Unterschied ist für unsere Arbeit enorm wichtig.
  • Auch die Diskussion zur Klimafinanzierung blieb mir im Gedächtnis. Eine Zahl, die ich seitdem häufig erwähne: Weltweit wird fast zehnmal so viel Geld für Klimafinanzierung ausgegeben wie direkt in KI investiert wird – und trotzdem kommt viel zu wenig davon tatsächlich vor Ort an. Das Problem ist also nicht unbedingt das Geld, sondern wie es eingesetzt und verteilt wird.

Die wichtigsten Gespräche

Viele der interessantesten Gespräche fanden nicht auf der Bühne, sondern auf den Fluren statt.

  • Eine sehr praxisnahe Diskussion mit Anjali Acharya, PhD, von The Nature Conservancy India sowie Mrittika Basu und Somajita Paul über ihre Naturschutzforschung – mit klaren Anknüpfungspunkten dazu, wie ForestCloud Restaurationsprojekte unterstützen kann.
  • Mit Ranjit Barthakur von der Balipara Foundation und Nayanika Dutta habe ich über mögliche Kooperationen gesprochen. Ihre Arbeit im Nordosten Indiens passt sehr gut zu unserer Mission.
  • Ein besonders spannender Austausch entstand auch mit Dr. Ash Pachauri und Komal Mittal vom POP Movement, vor allem rund um Verhaltensforschung und die Rolle von Jugendlichen im Kampf für Klimagerechtigkeit.
  • Weitere inspirierende Begegnungen gab es mit Vaishali Nigam Sinha von ReNew Power, Vinit Adarkar von Mercedes-Benz Research and Development India, Nancy Rai von Gaialink sowie Prachi Shevgaonkar von Cool The Globe, die während des Gipfels eine eigene Nachhaltigkeitsinitiative organisiert hat.
  • Ein besonderes Highlight war auch ein persönliches Gespräch mit Amitabh Kant über die Umsetzung von Politik in einem Land mit über 1,4 Milliarden Menschen.
  • Außerdem hatten wir die Gelegenheit, unsere Arbeit Teena Jha von Sansad TV vorzustellen – ein schöner Moment für die Sichtbarkeit von Plant-for-the-Planet.
  • Auf den Bühnen selbst gab es ebenfalls viele spannende Beiträge, unter anderem von Patricia Fuller (IISD), Valerie Hickey (World Bank), Kanmani Chockalingam (McKinsey), Nimra Bora (UNICEF India), Ita Kettleborough (Energy Transitions Commission), Martina Otto (UNEP) und Dia Mirza.
Prem Raval im Austausch mit Prachi Shevgaonkar von Cool the Globe über die ForestCloud auf dem WSDS2026.
Prem Raval im Austausch mit Prachi Shevgaonkar von Cool the Globe über die ForestCloud auf dem WSDS 2026.

ForestCloud: Unsere Gespräche über Technologie für Renaturierung

Während der Konferenz habe ich immer wieder über ForestCloud gesprochen – unsere kostenlose Softwareplattform, mit der Restaurations- und Naturschutzprojekte finanziert, gemanagt und überwacht werden können.

Das Interesse war groß. Egal ob Wissenschaftler*innen, NGO-Teams oder Regierungsvertreter*innen – viele suchen nach digitalen Tools, die Renaturierung transparenter, verständlicher und leichter finanzierbar machen. Dabei haben wir nicht nur unsere Ideen geteilt, sondern auch viel zugehört, um besser zu verstehen, was Organisationen wirklich brauchen.

Was unser Empowerment-Team gemacht hat

Während ich mich vor allem auf Technologie und Renaturierung konzentriert habe, waren Dharmendra, Rohit, Harshita und Hema in zahlreichen Gesprächen rund um Kinder- und Jugend-Empowerment für Klimagerechtigkeit. Zu sehen, wie selbstbewusst Harshita und Hema mit erfahrenen politischen Entscheidungsträgern und internationalen Expert*innen diskutierten, war für mich ehrlich gesagt eines der Highlights der gesamten Konferenz.

Was wir mitnehmen

Am Ende sind wir mit mehr als 25 neuen, wertvollen Kontakten nach Hause zurückgekehrt – darunter Organisationen wie The Nature Conservancy, die World Bank, UNEP, International Institute for Sustainable Development, GIZ sowie Ministerien aus Nepal und Indien.

Noch wichtiger sind aber die konkreten nächsten Schritte, die sich daraus ergeben haben. Drei Bereiche erscheinen im Moment besonders vielversprechend:

  • Ausbau unserer Akademien über neue Bildungs- und Naturschutznetzwerke
  • Weiterentwicklung unserer Platform gemeinsam mit Organisationen aus der Praxis
  • Neue Partnerschaften rund um unsere nachhaltigen Schokoladenprodukte

Vor allem bin ich mit einem Gefühl nach Hause gekommen: Plant-for-the-Planet arbeitet genau an den richtigen Themen – mit den richtigen Werkzeugen – genau zum richtigen Zeitpunkt. Und ich könnte nicht glücklicher sein, Teil dieser Bewegung zu sein.