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Januar 22, 2026
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Tamara Cibulkova

Botschafterin Ariane: Wie Gen Z mit der Klimakrise umgeht

Aus der Reihe über inspirierende Botschafter*innen für Klimagerechtigkeit weltweit

“Mit 25 Jahren kann ich auf 15 Jahre Einsatz für Klima-, Umwelt- und Jugendthemen zurückblicken. Das heißt: Ich beschäftige mich schon länger mit der Klimakrise, als ich es nicht tue. Das macht mich wahrscheinlich zu einer ziemlich typischen Vertreterin meiner Generation, die mit diesen Krisen aufgewachsen ist – weil wir direkt in sie hineingeboren wurden.“

Ihre Begeisterung für die Natur begann in den italienischen Alpen – umgeben von Bergen, Wildtieren und den ständig wechselnden Jahreszeiten. Ariane erzählt, dass ihre Tante eine entscheidende Rolle dabei spielte, ihr die Bedeutung von Natur und Tieren näherzubringen. „Sie hat mir schon früh beigebracht, dass Menschen und alle anderen Lebewesen auf diesem Planeten miteinander verbunden sind – und nicht getrennt voneinander existieren.“ Von ihrer Familie bestärkt, wollte Ariane schon früh einen konstruktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. „Ich war schon immer ein neugieriges und aktives Kind. Als ich in der Schule lernte, was gerade passiert, wollte ich etwas tun. Meine Familie hat mich dabei immer ermutigt und mir vermittelt: Jede einzelne Handlung zählt.“

Hält dich die Sorge ums Klima zurück – oder kann Hoffnung dich ins Handeln bringen?

Ariane hat früh gelernt, dass Ehrlichkeit in Kombination mit Hoffnung der beste Weg ist, um Menschen zum Handeln zu motivieren – gerade dann, wenn schlechte Nachrichten überwältigend wirken. „Es ist grundlegend, die Fakten klar zu benennen, nichts zu beschönigen und auch mögliche Risiken offen anzusprechen. Gleichzeitig motiviert ein lösungsorientierter Ansatz, der Hoffnung verbreitet, Menschen oft dazu, aktiv zu werden und sich konstruktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.“

Für viele in ihrer Generation kann die ständige Flut an Schlagzeilen über Klimakatastrophen lähmend sein. „Ein rein negatives Narrativ kann blockieren. Wenn man hingegen eine positive Perspektive aufzeigt – also konkrete Handlungsmöglichkeiten – schafft das Bewusstsein und motiviert Menschen, aktiv zu werden“, sagt sie. Für die Gen Z ist die Botschaft klar: Klimasorge ist kein Hindernis. Sie kann auch ein Auslöser sein – wenn es gelingt, die Angst um die eigene Zukunft in konkretes Handeln zu übersetzen.

Du bist nicht allein: Gemeinschaft im Klimaaktivismus finden

Im September 2010 wurde Ariane Botschafterin für Klimagerechtigkeit bei Plant-for-the-Planet – der Beginn einer Reise, die inzwischen 15 Jahre andauert. Sie erinnert sich an ihre erste Akademie in Südtirol, bei der sie schnell eine Leidenschaft dafür entwickelte, andere Kinder über die Klimakrise aufzuklären. Bereits 2012 übernahm sie eine internationale Rolle im Global Board, dem heutigen Global Ambassador Council. Besonders prägend war für sie der erste Plant-for-the-Planet Youth Summit im Mai 2015 in Tutzing. „Das war das erste Mal, dass ich Menschen aus der ganzen Welt getroffen habe, die sich für Klimaschutz und politische Teilhabe engagieren. Wir haben über die Zukunft des Klimaschutzes diskutiert, Projektideen entwickelt und an wertvollen Workshops teilgenommen. Ich weiß noch genau, wie inspiriert und voller Energie ich Tutzing verlassen habe. Und dieses Gefühl hatte ich bei jedem weiteren Youth Summit, an dem ich teilgenommen habe, genauso.“

Ihr Leitsatz lautet: global denken, lokal handeln. „Wenn man Räume schafft, in denen Fortschritte sichtbar werden – besonders im eigenen Umfeld – dann unterstützen Menschen das Projekt und machen mit.“ Aus dieser Überzeugung heraus gründete sie gemeinsam mit anderen South Tyrol Plants und pflanzte mit der Community über 2.500 Bäume.

Klimaaktivismus aus der Perspektive der Gen Z

Arianes Ansatz in der Klimaarbeit ist stark davon geprägt, Teil der Gen Z zu sein – einer Generation, die mit sich überlagernden Krisen aufgewachsen ist und früh verstanden hat, dass eine bessere Zukunft kein Selbstläufer ist. „Das ist natürlich ein schwieriger Ausgangspunkt“, sagt sie. Gleichzeitig bringt er neue Stärken mit sich.

Als Digital Natives in einer globalisierten Welt verfügt die Gen Z über Werkzeuge, um sich zu vernetzen, zu organisieren und über Grenzen hinweg gemeinsam zu handeln wie keine Generation zuvor. „Wir wachsen in einer vernetzten Welt auf, sind digital sozialisiert. Das eröffnet neue Möglichkeiten für Engagement und Austausch mit Menschen auf der ganzen Welt – und dafür, sich zusammenzutun und bewusster wahrzunehmen, was auch in anderen Teilen der Welt passiert.“ Für Ariane wird lokales Engagement so Teil einer gemeinsamen, globalen Bewegung.

Was Ariane auch nach fünfzehn Jahren im Klimaschutz antreibt, ist dieses Gefühl von Verbundenheit. „Der Austausch mit Aktivist*innen aus aller Welt und zu sehen, woran sie arbeiten und was sie bewegen, gibt mir Hoffnung – und motiviert und inspiriert mich, weiterzumachen.“ In einer Welt, in der Aufgeben manchmal verlockend erscheint, ist ihre Schlussfolgerung klar: „Uns bleibt eigentlich nichts anderes, als optimistisch und hoffnungsvoll zu sein. Sonst hätten wir längst aufgegeben – und das ist keine Option.“

Wie geht es weiter?

Arianes Geschichte erinnert daran, dass Klimaaktivismus kein Sprint ist und auch kein einzelner großer Durchbruch. Es bedeutet, immer wieder da zu sein – über fünfzehn Jahre hinweg. Bäume zu pflanzen, Gespräche anzustoßen und in Räumen präsent zu sein, in denen Entscheidungen über unsere Zukunft getroffen werden. Von der Renaturierung von Wäldern in Südtirol bis hin zum Einsatz für Klimagerechtigkeit auf der COP 29 in Baku zeigt ihr Weg: Veränderung entsteht dort, wo Menschen sich gemeinsam entscheiden zu handeln.

In einer Welt, die sich oft überwältigend anfühlt, ist Hoffnung nichts, worauf man wartet. Hoffnung ist etwas, das man aufbaut – Projekt für Projekt, Community für Community, Verbindung für Verbindung. Lass uns das gemeinsam tun.


Wenn dich Arianes Geschichte inspiriert hat, dann werde Teil der Community junger Klimaakteur*innen beim Youth Summit 2026 in Frankfurt am Main. Die Bewerbungsphase läuft jetzt.