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15. September 2026
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Frieda Binnig

Gemeinsam mehr erreichen: Was wir vom F20 Climate Solutions Forum 2026 mitnehmen

Politische Spielräume werden kleiner, der internationale Konsens beim Klimaschutz brüchiger und geopolitische Spannungen nehmen zu. Gleichzeitig erleben wir immer deutlicher, welche Folgen die Klimakrise bereits heute hat. Das Motto des diesjährigen Climate Solutions Forum, Relationships. Resilience. Results., könnte angesichts der aktuellen globalen Lage passender nicht sein.

Beim F20 Climate Solutions Forum in Hamburg stellten sich zahlreiche Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Stiftungen und internationalen Organisationen der Frage, wie wir trotz schwieriger Rahmenbedingungen Zusammenarbeit stärken, Resilienz aufbauen und aus Gesprächen konkrete politische Handlungsempfehlungen entwickeln können.

Alle Teilnehmer*innen des F20 Climate Solutions Forums in Hamburg

Warum gerade jetzt Zusammenarbeit wichtig ist

Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, lassen sich nicht im Alleingang lösen. Klimakrise, Biodiversitätsverlust, soziale Ungleichheit und globale Sicherheitsrisiken sind miteinander verbunden – und machen vor nationalen Grenzen nicht Halt.

Gleichzeitig verändert sich die internationale Zusammenarbeit. Geopolitische Spannungen, technologische Umbrüche und ein geschwächtes multilaterales System erschweren gemeinsame Lösungen. Gerade deshalb brauchen wir Räume, in denen unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen, Vertrauen entstehen kann und neue Bündnisse möglich werden.

Das F20 Climate Solutions Forum ist ein solcher Raum. Die F20 Foundations Plattform bringt mehr als 80 Stiftungen und philanthropische Organisationen aus aller Welt zusammen und setzt sich dafür ein, die Politik der G20 stärker an den Zielen des Pariser Klimaabkommens und den Sustainable Development Goals auszurichten.

Relationships: Beziehungen schaffen die Grundlage für Veränderung

Im Zeitalter zunehmender Polarisierung und Desinformation sind persönliche Begegnungen der Schlüssel für positiven Wandel: Sie ermöglichen Austausch, schaffen Verständnis für unterschiedliche Perspektiven und machen gemeinsame Interessen sichtbar.

Beim Climate Solutions Forum wurde deutlich, dass multilaterale Zusammenarbeit nicht nur auf institutionellen Strukturen beruht. Sie braucht Menschen, die miteinander im Gespräch bleiben und bereit sind, über bestehende Grenzen hinweg gemeinsame Lösungen zu entwickeln.

Die verschiedenen World-Café-Sessions boten dafür Raum. Sie brachten unterschiedliche Akteur*innen miteinander ins Gespräch – von der Klimafinanzierung über Sicherheit bis hin zu neuen Formen multilateraler Zusammenarbeit.

Public Policy Advisor Kathrin Henneberger von Plant-for-the-Planet leitete die World Café Session zur TFFF.

Resilience: Klimaschutz ist auch eine Frage der Sicherheit

Resilienz bedeutet nicht, Krisen einfach auszuhalten. In der Klimakrise müssen Gesellschaften und Systeme so gestärkt werden, dass sie mit Veränderungen umgehen und handlungsfähig bleiben können.

Die Panel Diskussion zu Beginn des Climate Solutions Forums widmete sich deshalb dem Zusammenhang zwischen Klimaschutz und Sicherheit. Denn die Klimakrise wirkt intersektional: Sie kann bestehende soziale, wirtschaftliche und politische Konflikte verschärfen.

Die Diskussion machte deutlich, dass Klimasicherheit eine gemeinsame Aufgabe ist. Dazu gehört auch, Risiken in Zusammenhang zu bringen und sicherzustellen, dass Klimafinanzierung dort ankommt, wo sie Menschen und lokale Gemeinschaften tatsächlich hilft.

Damit wird Klimaschutz zu mehr als einer ökologischen Frage. Er ist auch ein Beitrag zu stabileren Gesellschaften, mehr Sicherheit und einer gerechteren Zukunft.

Results: Von Gesprächen zu Lösungen

Beziehungen und Resilienz sind wichtig – am Ende müssen daraus aber Ergebnisse entstehen.

Ein Beispiel dafür ist die Tropical Forest Forever Facility (TFFF). In einer von Plant-for-the-Planet organisierten Session diskutierten die Teilnehmenden, wie ein innovativer Finanzierungsmechanismus dazu beitragen kann, den Verlust von Wäldern zu stoppen und langfristig die dringend benötigte Finanzierung für ihren Schutz bereitzustellen.

Auch andere Sessions beschäftigten sich mit der Frage, wie finanzielle Mittel stärker mit Klimazielen in Einklang gebracht werden können und welche Veränderungen dafür in der Vermögensverwaltung von Stiftungen notwendig sind. Transparenz, Kapazitätsaufbau und klare Investitionsleitlinien waren dabei zentrale Themen.

Denn politische Ziele können erst dann ihr Ziel erreichen, wenn sie mit den notwendigen Ressourcen und konkreten Maßnahmen verbunden sind.

Klimaschutz ist intergenerationelle Verantwortung 

Die Klimakrise stellt uns vor eine besondere ethische Herausforderung: Viele der Entscheidungen, die heute getroffen werden, bestimmen die Lebensbedingungen von Menschen, die selbst noch keine politischen Entscheidungen treffen können.

Deshalb braucht es nicht nur langfristiges Denken, sondern auch eine stärkere Einbindung junger Menschen – sowohl an Klimapolitik als auch an demokratischen Prozessen. Die Abschlussdiskussion machte deutlich, dass Generationengerechtigkeit nicht nur bedeutet, Verantwortung für junge Menschen zu übernehmen. Junge Menschen müssen auch die Möglichkeit haben, ihre Zukunft selbst mitzugestalten – eine Einstellung, die Plant-for-the-Planet seit jeher lebt. 

Was wir gemeinsam erreichen können

Wir können nicht jede globale Entwicklung kontrollieren. Aber wir können entscheiden, wie wir darauf reagieren. Beim F20 Climate Solutions Forum wurde deutlich, dass wir uns angesichts der Herausforderung nicht lähmen lassen, sondern neue Verbindungen schaffen und gemeinsam resilientere Strukturen aufbauen. 

Die im Hamburger Forum entwickelten Erkenntnisse werden zunächst an das nächste Climate Solutions Forum am 18. September in Washington weitergereicht. Von dort aus fließen die Ergebnisse direkt in die Advocacy-Arbeit der F20, die daraus politische Handlungsempfehlungen für das G20 Gipfeltreffen in Miami im Dezember ableitet.

Entdecke, wie wir uns bei Plant-for-the-Planet für politischen Wandel und Klimagerechtigkeit einsetzen.