
Kinder und Jugendliche sind von der Klimakrise besonders stark betroffen. Sie tragen ein erhöhtes Risiko für Krankheiten, Mangelernährung und Vertreibung. Gleichzeitig zeigt der UNICEF-Bericht Falling Short, dass nur ein Bruchteil der weltweiten Klimafinanzierung gezielt auf die Bedürfnisse junger Menschen ausgerichtet ist. Doch junge Menschen sind nicht nur von der Klimakrise betroffen – sie können selbst viel bewegen und den Wandel vorantreiben.
Damit in besonders betroffenen Gemeinschaften langfristige Veränderungen entstehen, braucht es tragfähige Strukturen und starke lokale Netzwerke. Deshalb hat Plant-for-the-Planet das Konzept der Empowerment Cluster entwickelt. Sie verbinden lokale Initiativen zu regionalen Bewegungen in Asien, Afrika, Europa und Amerika. Im Mittelpunkt jedes Clusters stehen junge Menschen, die bereits in ihren Gemeinschaften aktiv sind. Gemeinsam mit erfahrenen Mentorinnen und anderen jungen Changemaker*innen entstehen Räume, in denen sie voneinander lernen, ihre Ideen weiterentwickeln und aus lokalem Engagement langfristige Wirkung schaffen können. Was mit einer Gruppe junger Menschen in einer Community beginnt, kann so zu einer Bewegung wachsen, die weit über die eigene Region hinausreicht.
Sudeep bringt Klimaschutz ins ländliche Nepal
Nepal ist ein globaler Hotspot der Biodiversität und zugleich stark von den Folgen der Klimakrise betroffen. Schmelzende Gletscher, unregelmäßige Niederschläge und Sturzfluten machen nachhaltiges lokales Handeln dringend notwendig. Wie ein Empowerment Cluster konkret wirkt, zeigt Sudeep Ghimire, Leiter des Nepal Empowerment Clusters. Sudeep kam 2012 zu Plant-for-the-Planet. Inspiriert hatte ihn, dass Kinder in seinem Heimatland selbstständig Veranstaltungen organisierten und Bäume pflanzten. Er wuchs im ländlichen Nepal auf und erlebte dort aus erster Hand, wie stark Bildungs- und Freizeitangebote auf die großen Städte konzentriert waren. „Als ich jünger war, hatte ich immer das Gefühl, dass solche Möglichkeiten nur bestimmte Orte erreichen“, erzählt Sudeep. „Schüler*innen in ländlichen Regionen hatten außerhalb des regulären Unterrichts nur sehr wenige Möglichkeiten, neue Erfahrungen zu sammeln.“
Heute setzt sich Sudeep besonders dafür ein, die Aktivitäten des Clusters an Schulen im ländlichen Nepal zu bringen. Dazu gehört auch der Distrikt Solukhumbu nahe dem Mount Everest, wo die Auswirkungen der Klimakrise zum Alltag gehören. Für Sudeep liegt die besondere Stärke des Clusters in der kontinuierlichen Begleitung. Durch Mentoring entwickeln junge Menschen mehr Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten und lernen praktische Kompetenzen im Projektmanagement. Davon profitieren nicht nur die einzelnen Teilnehmer*innen – die Wirkung reicht bis in ihre gesamten Gemeinschaften. Plant-for-the-Planet hat bereits mehr als 30 Akademien in Nepal durchgeführt und damit über 2.000 Kinder und Jugendliche erreicht.
Lies mehr über Sudeep und darüber, wie unsere Mentoring-Programme für Klimaschutz in Indien und Nepal langfristige Resilienz stärken.
Aus einem Tag voller Wissen wird langfristiges Engagement: Gemeinsam mit ChildFund Deutschland
Wie sieht eine Empowerment-Reise konkret vor Ort aus?
In Kathmandu betreibt ChildFund Deutschland das KinderHaus, eine Schule und ein Zuhause für Kinder mit Behinderungen. Gemeinsam schaffen wir Möglichkeiten für diese Kinder, mehr über die Klimakrise zu erfahren, ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten zu entdecken und Teil einer wachsenden Bewegung für Klimagerechtigkeit zu werden.
Im August begann unsere Zusammenarbeit mit einer eintägigen Akademie. 60 Kinder erhielten dabei einen praxisnahen Einstieg in die Themen Klimakrise, Klimagerechtigkeit und von jungen Menschen getragenes Engagement. Sie lernten, warum Wälder so wichtig sind, pflanzten Bäume und beschäftigten sich damit, wie junge Menschen sich für ihre Gemeinschaften einsetzen können. Die Akademie soll Wissen in konkretes Handeln übersetzen. Doch sie ist erst der Anfang.
Im Rahmen unseres Empowerment-Cluster-Ansatzes setzen 20 junge Teilnehmer*innen ihre Reise mit monatlichen Mentoring-Sitzungen fort. Dabei werden sie von Plant-for-the-Planet und ihren Peers begleitet. Gemeinsam entwickeln sie ihre Ideen weiter, werden in ihren Gemeinschaften aktiv und wenden ihr neues Wissen bei von Jugendlichen getragenen Renaturierungsaktivitäten an. Nachhaltiges Empowerment bedeutet, jungen Menschen nicht nur Wissen zu vermitteln. Es geht darum, ihnen das Selbstvertrauen, die Fähigkeiten und die Unterstützung zu geben, auch lange nach einer Akademie aktiv zu bleiben.



Im folgenden Video kannst du die Wirkung direkt erleben: Spüre die Energie der Akademie und lerne die jungen Menschen kennen, die sich in Nepal für ihre Gemeinschaften und das Klima einsetzen:
Und wie Sudeep selbst sagt: „Ich habe erlebt, dass sie etwas viel Größeres gelernt haben als nur etwas über die Klimakrise: Sie haben erkannt, dass ihre Stimme zählt, ihre Entscheidungen zählen und dass ihre Generation zählt.“
Den Schwung mitnehmen
Die Reise endet nicht mit einer Schulung oder einer Veranstaltung. Genau so entstehen starke Gemeinschaften junger Menschen, die nicht nur auf die Klimakrise reagieren, sondern ihre Zukunft selbst gestalten können. Einen jungen Menschen dabei zu unterstützen, Botschafter*in für Klimagerechtigkeit zu werden, kostet weit weniger, als die Folgen fehlenden Klimahandelns später zu beheben.
Hilf uns dabei, unsere Empowerment Cluster auszuweiten und noch mehr Kinder und Jugendliche in besonders gefährdeten Ökosystemen weltweit zu erreichen. Kontakt: Meg Sinnott ([email protected]), International Empowerment Managerin bei Plant-for-the-Planet, wenn du Partnerschaften im Asia Cluster in Nepal, Pakistan oder Indien und darüber hinaus aufbauen möchtest.













