
Die Klimakrise betrifft nahezu alle Bereiche unseres Lebens. Sie bedroht die Gesundheit von Menschen, gefährdet die Ernährungssicherheit und stellt Gesellschaften weltweit vor immer größere Herausforderungen. Entsprechend umfangreich ist die Agenda der UN-Klimakonferenz COP 31, die in diesem Jahr in Antalya, Türkei, stattfindet. Doch welche Themen stehen diesmal besonders im Fokus? Was wollen die Staaten verhandeln und welche konkreten Maßnahmen sollen die Klimakrise eindämmen und ihre Folgen abfedern?
Eine Konferenz, zwei Präsidentschaften
Eine Besonderheit der diesjährigen COP ist, dass die Türkei nicht alleinige Gastgeberin der Konferenz ist. Die Präsidentschaft teilen sich die Türkei und Australien. Der türkische Minister für Umwelt, Städtebau und Klimawandel, Murat Kurum, wird den Gipfel repräsentativ für die Türkei leiten. Australiens Minister für Klimaschutz und Energie, Chris Bowen, übernimmt eine zentrale Rolle bei der Führung der Verhandlungen.
Wie es auf der offiziellen COP-31-Website heißt, soll diese Zusammenarbeit „die tiefen Gräben zwischen Industrie- und Entwicklungsländern überbrücken und so ein inklusives Verhandlungsumfeld schaffen, das stärker auf konkrete Ergebnisse ausgerichtet ist“.
Weniger Emissionen und der Abschied von fossilen Brennstoffen
Auf der Agenda stehen zunächst einige bekannte Themen, die auch bei vergangenen Klimakonferenzen eine zentrale Rolle gespielt haben. Dazu gehören insbesondere die Reduzierung der Treibhausgasemissionen und die Vereinbarung neuer Klimaziele, zu deren Einhaltung sich die Staaten verpflichten sollen.
Wie dringend weitere Maßnahmen sind, zeigt der erst kürzlich erschienene UN-Emissions Gap Report. Dieser warnt, dass sich die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts um 2,8 Grad Celsius erwärmen könnte, wenn die Staaten keine ausreichend strengen Maßnahmen beschließen und umsetzen. Schon jetzt warnen Wissenschaftler*innen davor, dass das im Pariser Klimaabkommen vereinbarte Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, möglicherweise nicht mehr eingehalten werden kann.
Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Abkehr von fossilen Brennstoffen. Sie wird einen großen Teil der Verhandlungen auf der COP 31 einnehmen. Erst vor drei Jahren, auf der Weltklimakonferenz in Dubai (COP 28), konnte sich die Weltgemeinschaft darauf einigen, gemeinsam und im Rahmen einer gerechten Transformation aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe auszusteigen (transition away from fossil fuels). Da es auf der letzten Weltklimakonferenz (COP 30) jedoch keine Fortschritte in den Verhandlungen gab, bildete sich ein Bündnis aus Staaten, die vorangehen wollen und Fahrpläne („Roadmaps“) für einen erfolgreichen Ausstieg erarbeiten. Auf der COP 31 wird es hoffentlich gelingen, die Konkretisierung eines globalen Ausstiegspfades in den Verhandlungen zu verankern.
Ein wichtiges, von den Präsidentschaften vorgeschlagenes Thema ist die Elektrifizierung. Ziel ist es, die verschiedenen Sektoren (Gebäude, Industrie, Mobilität, Landwirtschaft usw.) von der Verbrennung fossiler Energieträger zu befreien. Ein Beispiel dafür ist der Umstieg im motorisierten Individualverkehr auf elektrische Antriebe anstelle von Verbrennungsmotoren. Entscheidend ist dabei, dass die Elektrifizierung auf Basis erneuerbarer Energien erfolgt. Der steigende Bedarf an Strom darf nicht dazu führen, dass fossile Kraftwerke ausgebaut oder länger betrieben werden.
Leider werden weltweit nach wie vor neue fossile Lagerstätten erschlossen, insbesondere für Erdöl und Erdgas. Dies geschieht auch in ökologisch und kulturell besonders wertvollen Regionen, beispielsweise im Kongobecken, an Meeresküsten oder im Amazonasgebiet. Deshalb gibt es die Initiative „Fossil Free Zones“. Sie fordert, fossile Rohstoffe zum Schutz der Ökosysteme, der Menschen und des globalen Klimas im Boden zu belassen.
Anpassung an die Klimakrise und Klimafinanzierung
Neben der Reduzierung von Emissionen geht es auf der COP 31 darum, wie sich Gesellschaften besser auf die bereits spürbaren und zukünftigen Folgen der Klimakrise vorbereiten können. Die Anpassung an diese Folgen gehört ebenso zu den zentralen Verhandlungsthemen wie die Klimafinanzierung für Entwicklungsländer und ein gerechter Übergang (Just Transition) für Arbeitnehmer*innen und Gemeinschaften.
Insbesondere Entwicklungsländer fordern mehr finanzielle Mittel, um die Folgen der Klimakrise bewältigen zu können. Denn während die Auswirkungen weltweit spürbar sind, sind die Möglichkeiten, sich vor ihnen zu schützen und auf sie zu reagieren, sehr unterschiedlich verteilt.
Auf der COP 31 wird zudem eine Wiederauffüllung wichtiger Klimafonds erwartet. Dazu gehören der Green Climate Fund, der Adaptation Fund sowie der Fund for Responding to Loss and Damage (Fonds für Verluste und Schäden). Letzterer soll finanzielle Unterstützung für Regionen bereitstellen, die beispielsweise durch extreme Wetterereignisse verwüstet oder überflutet werden.
Von Verhandlungen zu konkreten Maßnahmen: Die Climate Action Agenda
Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf der konkreten Umsetzung von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen. Dabei geht es nicht nur darum, neue Ziele zu vereinbaren, sondern auch darum, wie Staaten und andere Akteur*innen tatsächlich ins Handeln kommen können.
Hier setzt die sogenannte Climate Action Agenda an. Sie ist ein eigenständiger, aber ergänzender Prozess im Rahmen der COP 31. Ziel ist es, gemeinsam mit Unternehmen, Bundesstaaten, Städten und der Zivilgesellschaft Lösungen zu entwickeln und konkrete Klimaschutzmaßnahmen voranzubringen.
Die Klimakrise ist in unterschiedlichen Bereichen stark zu spüren. So bedrohen Hitzewellen die Gesundheit von Menschen. Allein der Hitzesommer 2026 hat in Europa 50.000 Menschen das Leben gekostet. Dabei ist der Kontinent derzeit nicht so stark von den Folgen der Klimakrise betroffen wie andere Teile der Welt. Extreme Dürren oder anhaltende Regenfälle, die zu Überschwemmungen führen, bedrohen zudem die Ernährungssicherheit von Milliarden Menschen.
Auch Maßnahmen wie die Reduzierung von Abfällen und die Förderung der globalen Energiewende sind wichtige Bestandteile der Klimaschutzbemühungen.
Die zehn Prioritäten der COP 31
Welche Themen die diesjährige Konferenz besonders voranbringen möchte, zeigt die COP 31 Action Agenda mit ihren zehn Prioritäten:
- Zero Waste
- Ozeane und Meere
- Ernährungssicherheit
- Klimaresiliente Städte
- Mechanismus zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen
- Jugend und Bildung
- Grüne Industrialisierung
- Übergang zu sauberer Energie
- Synergien zwischen den Rio-Konventionen
- Dynamische und resiliente Gesundheitssysteme
Der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, Elektrifizierung, Klimafinanzierung sind ebenso wichtige Themen, die auf der Weltklimakonferenz besprochen werden.
Das Themenspektrum der COP 31 ist vielseitig und macht deutlich, dass die Klimakrise die verschiedensten Bereiche der Welt beeinflusst. Von Ernährungssicherheit über Gesundheit und Bildung bis hin zur Energiewende geht es darum, Klimaschutz und die Anpassung an die Folgen der Klimakrise in unterschiedlichen Lebens- und Wirtschaftsbereichen voranzubringen.
Die UN-Klimakonferenz macht immer wieder deutlich, dass sich die Klimakrise nicht einfach in zwei Wochen lösen lässt. Die Konferenzen bauen aufeinander auf und es ist wichtig, dass die Industrie, die Zivilgesellschaft und die Staaten zusammenarbeiten, um Lösungen zu erarbeiten und diese auch umsetzen.
Du willst mehr über die COP 31 wissen? Dann folge der Plant-for-the-Planet-Delegation auf Instagram oder verfolge unsere Arbeit auf der COP hier.












