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27. April 2026
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Frieda Binnig

Weidewälder: Wie nachhaltige Rinderhaltung den Regenwald schützen kann

Weidewälder zeigen, wie nachhaltige Rinderhaltung helfen kann, den Regenwald zu schützen. Sie verbessern Böden, speichern CO₂ und erhöhen die Produktivität. Gleichzeitig bleibt klar: Echte Klimaschutzlösungen brauchen sowohl bessere Landwirtschaft als auch bewussteren Konsum.

Im Kampf gegen die Klimakrise wird immer wieder betont, wie wichtig es ist, weniger Fleisch zu konsumieren – insbesondere Rind- und Milchprodukte12. Denn Rinderhaltung gehört zu den größten Treibern der Klimakrise3. Was viele nicht wissen: Nicht nur das Methan, das Rinder ausstoßen, ist problematisch. Das eigentliche Problem beginnt viel früher, denn rund 41 % der Zerstörung von tropischen Regenwäldern gehen auf die Ausweitung von Weideflächen für Rinder zurück. Wälder werden gerodet und setzen enorme Mengen an CO₂ wieder frei.

Eine konventionelle Viehweide aus der Vogelperspektive
Konventionelle Viehhaltung ist für einen Großteil der Entwaldung auf der mexikanischen Yucatán-Halbinsel verantwortlich.

Gleichzeitig ist Rinderhaltung für viele Menschen weltweit – auch in Mexiko – eine zentrale Lebensgrundlage. Selbst wenn pflanzenbasierte Ernährung langfristig die beste Alternative wäre, wird sich der globale Konsum nicht von heute auf morgen verändern. 
Die Frage ist also nicht nur, ob wir Rinderhaltung verändern müssen – sondern wie.

Ein Lösungsansatz: Weidewälder

Mit dem neuen Guten Riegel unterstützen wir die mexikanische Organisation Pronatura Península de Yucatán bei zwei Projekten: Weidewälder und der Schutz des Naturreservats von Miguel Colorado.
Pronatura unterstützt Landwirt*innen auf der Yucatán Halbinsel in Mexiko dabei, ihre Viehzucht nachhaltiger zu gestalten. Bei der Umwandlung in sogenannte intensive silvopastoral system (ISPS) werden konventionelle Weideflächen durch das Pflanzen von Bäumen oder natürliche Regeneration in Weidewälder transformiert.

Weidewälder basieren auf dem einfachen Prinzip, Natur und Landwirtschaft wieder in Einklang zu bringen. Zunächst werden proteinreiche Futtersträucher in hoher Dichte gepflanzt. Die Weide wird in viele kleine Parzellen aufgeteilt, zwischen denen die Rinder tageweise rotieren. So wird jede Parzelle nur kurz beweidet und kann sich anschließend über mehrere Monate erholen. Pflanzen wachsen nach, Böden regenerieren sich und junge Bäume haben die Chance sich zu entwickeln.

Was bewirken Weidewälder konkret?

Gemeinsam mit Pronatura haben wir Ramses auf seiner Farm in Centenario in Mexiko besucht, einen Landwirt, der seine Viehzucht vor einigen Jahren auf Weidewälder umgestellt hat.

Landwirt Ramses mit Mitarbeitenden von Plant-for-the-Planet
Landwirt Ramses erzählt uns seine Geschichte.

Ramses war früher skeptisch gegenüber Agroforstwirschaft – denn er kannte es nicht anders. Bereits sein Vater und Großvater haben Rinder auf traditionelle Weise gezüchtet, gesunde Wälder wurden gerodet und in einfache Weideflächen umgewandelt.

Doch durch die Zusammenarbeit mit Pronatura hat Ramses verstanden, wie schädlich dieses System für das Land, das Klima und die Menschen ist. Mittlerweile ist er ein großer Fürsprecher von ISPS. Er erzählte uns voller Begeisterung, dass seine Kühe gesünder sind und mehr Milch geben. Er kann auf Herbizide, Pestizide und Medikamente für die Kühe (z.B. gegen Zecken) verzichten und der Boden ist wieder fruchtbarer und resilienter in Trockenzeiten.

“Meine Denkweise hat sich komplett verändert. Ich konsumiere auch anders. Wir kaufen z. B. keine industriellen Eier mehr, sondern lokal erzeugte. Wir schlachten selbst und teilen das Fleisch. Ich weiß, dass es gesund ist – ohne Chemikalien oder Hormone”, so Ramses.

Und tatsächlich: Die Kühe, die wir dort trafen, waren neugierig und fast zutraulich.  

Plant-for-the-Planet Gründer Felix Finkbeiner mit einer Kuh auf Ramses' Farm in Mexiko.
Felix Finkbeiner mit einer Kuh auf Ramses’ Farm.

Zusätzlich erhöht sich durch die Weidewälder die Produktivität pro Hektar. Das bedeutet, dass weniger Land benötigt wird. Die Tiere wachsen schneller, verwerten das Futter effizienter und stoßen so insgesamt weniger Methan aus. Durch mehr Schatten und gesünderes Futter haben die Tiere außerdem weniger Stress und Krankheiten. Neue Bäume wachsen und speichern CO₂. Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstehen. Die Tiere sind gesünder, haben weniger Stress und Krankheiten, außerdem gesünderes Futter und mehr Schatten.

Auf dem Heimweg von unserem Treffen mit Ramses entdeckten wir ein großes Feuer neben der Straße. Von den umstehenden Männern erfuhren wir, dass dort Fläche für Rinderhaltung gerodet wird – hochgefährlich mitten in der Trockenzeit. Schon ein Funkenflug kann das Feuer außer Kontrolle geraten lassen. Genau dieser Brandrodung wollen wir mit Weidewäldern entgegenwirken.

Ein großer Flächenbrand im Hintergrund. Plant-for-the-Planet Gründer Felix Finkbeiner sieht sich besorgt um.
Brandrodung lässt sich mit Hilfe von Weidewäldern vermeiden.

Kein Wundermittel

So vielversprechend Weidewälder sind: Sie sind kein Allheilmittel gegen die Klimakrise.

Rinderhaltung bleibt ein bedeutender Klimafaktor – und nachhaltigere Produktion allein reicht nicht aus, wenn gleichzeitig der Konsum weiter steigt. Deshalb braucht es beides: nachhaltigere Landwirtschaftssysteme und bewusstere Konsumentscheidungen, insbesondere im globalen Norden.

Mit dem Kauf des Guten Riegels – erhältlich bei dm-Drogerie Markt sowie in unserem Shop – unterstützt du genau solche Projekte. Ein Teil der Erlöse fließt in die Arbeit von Pronatura Península de Yucatán. Mehr über diese Projekte erfährst du in unserem Blog.

Landwirt Ramses hält den Guten Riegel in zwei Händen und lächelt in die Kamera.
Landwirt Ramses mit dem Guten Riegel
  1. 9 Things you can do about climate change ↩︎
  2. You want to reduce the carbon footprint of your food? ↩︎
  3. Drivers of Deforestation ↩︎