
Rund 60 Kinder und Jugendliche machten bei der Plant-for-the-Planet Kinderkonferenz in Possenhofen deutlich, dass sie nicht länger andere über ihre Zukunft entscheiden lassen wollen. Bei einer öffentlichen Aktion in Starnberg brachten sie ihre Forderungen nach Klimagerechtigkeit laut und sichtbar auf die Straße.
Kinderkonferenz in Possenhofen: Klimaschutz und Mitbestimmung
Auf der ganzen Welt nehmen Kinder und Jugendliche ihre Zukunft selbst in die Hand. Das zeigten wir zuletzt auf der Weltklimakonferenz 2025 in Brasilien – und auch jetzt auf der Plant-for-the-Planet Kinderkonferenz 2026 in Possenhofen. Am vergangenen Wochenende war spürbar, dass die Kinder und Jugendlichen ernst genommen werden wollen und nicht “zu jung” sind, sich in gesellschaftliche Debatten einzubringen. Die Kinderkonferenz bietet ihnen dafür einen Rahmen – und die Möglichkeit, eigene Perspektiven zu entwickeln und sichtbar zu machen.

Workshops: Ideen entwickeln, ausprobieren, ausdrücken
In drei Workshops beschäftigten sich die Kinder und Jugendlichen mit unterschiedlichen Zugängen zum Thema Klima und Demokratie:
- Kommunikation und Dialog: Im Workshop mit Ines Heinbach entwickelten die Teilnehmenden ein Theaterstück über den Austausch zwischen Kindern und Erwachsenen. Dabei ging es vor allem darum, wie junge Menschen ihre Perspektiven verständlich und selbstbewusst einbringen können.
- Protest und Beteiligung: Gemeinsam mit Victoria Herbig erarbeiteten die Kinder Formen des gewaltfreien Protests. Dazu gehörten unter anderem die Planung von Flashmobs, das Schreiben von Reden und die Gestaltung eigener Flyer.
- Gerechtigkeit und Zusammenhalt: Im Workshop mit Johannes Volkmann lernten die Kinder die „Verkehrsschilder der Gerechtigkeit“ kennen. Darauf basierend setzen sie sich kreativ mit Fragen des gesellschaftlichen Miteinanders auseinander und gestalteten ihre Ideen anschließend in Form eines Memory-Spiel.
Alle drei Workshops verbanden kreative Prozesse mit inhaltlicher Auseinandersetzung – und gaben Raum für eigene Ausdrucksformen.



100 Bäume für den Klimaschutz
Als weiteres Highlight pflanzten die Kinder am Samstagnachmittag unter der fachkundigen Anleitung des lokalen Försters 100 neue Bäume und setzten so ein klares Zeichen für Klimagerechtigkeit und die Wichtigkeit des Ökosystems Wald.

Junge Projekte und Perspektiven
Die jungen Botschafter*innen hatten außerdem die Möglichkeit, ihre eigenen Projekte vorzustellen. Die 11-jährige Noemi hat einen eigenen Plant-for-the-Planet Club gegründet und hält Vorträge, verkauft die Gute Schokolade und spricht in ihrer Schule über die Klimakrise. Vedant, 12, aus Berlin, geht das Thema Klimakrise wissenschaftlich an: Er hat eine sogenannte Urban Heat Island Map erstellt, aus der hervorgeht, wie Bäume die Durchschnittstemperatur in Städten senken. Diese Beispiele zeigen, wie vielfältig und eigenständig Engagement bereits im Kindesalter sein kann. Femke und Johannes vom Global Ambassador Council brachten als langjährige Botschafter*innen wertvolle Erfahrungen und viel Inspiration für die jüngeren Teilnehmenden mit.

Öffentliche Aktion in Starnberg: Kinder machen ihre Stimmen hörbar
Nach einigen Wetterkapriolen am Sonntagmorgen klarte der Himmel glücklicherweise pünktlich zu unserem Abschlussevent auf dem Starnberger Kirchplatz auf. Moderiert von den Botschafterinnen für Klimagerechtigkeit Lotti, 13, und Carla,12, präsentierten die Kinder ihre Ergebnisse aus den Workshops und richteten klare Botschaften an Politik und Gesellschaft.
„Die Reichen verursachen den Klimawandel und am Ende bleibt es immer an den Armen hängen“, sagte der 11-jährige Levi. „Wenn wir uns jetzt nicht einsetzen, geht morgen schon die Welt unter.“ Dabei richtete er auch Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz.

UNESCO Auszeichnung für Bildung für nachhaltige Entwicklung
Abgeschlossen wurde das Event mit der symbolischen Übergabe des „Nationalen Preis – Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ an die Kinder. Diese Auszeichnung wurde Plant-for-the-Planet am 16.4.2026 vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission verliehen. Sie würdigt Bildungsinitiativen, die junge Menschen dazu befähigen, nachhaltige Entwicklungen aktiv mitzugestalten.
Fazit: Kinder und Jugendliche wollen mitgestalten
Die Plant-for-the-Planet Kinderkonferenz in Possenhofen beweist, wie entscheidend es ist, Kindern feste Räume für Dialog und Beteiligung zu eröffnen, damit sie ihre Perspektiven selbstbewusst in die Klimadebatte einbringen können. In diesen geschützten Freiräumen verwandeln sie Interesse, Enthusiasmus und theoretisches Wissen in konkrete Forderungen und Aktionen, wodurch sie zu echten Akteur*innen für Klimagerechtigkeit in unserer Demokratie und Gesellschaft werden.
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Ein großes Dankeschön für die großartige Unterstützung geht an die drei Workshop-Leiter*innen Victoria Herbig, Ines Heinbach und Johannes Volkmann, Förster Jan Borsdorf, unsere Empowerment-Koordinator*innen, Johannes und Femke vom Global Ambassador Council sowie an die Stadt Starnberg!












