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Die stille Mehrheit fürs Klima – Zeit, aktiv zu werden!

Täglich wirst du mit Nachrichten über Wirtschaftskrisen, Kriege und andere Katastrophen konfrontiert. Über das Klima scheint sich niemand mehr so richtig Gedanken machen zu wollen. Daher stellst du dir vielleicht die Frage: Bin ich die einzige Person, die sich noch für die Rettung des Klimas interessiert?

Erst wenn Naturkatastrophen geschehen oder der Sommerurlaub zur „Hitze-Qual“ wird, ist mal wieder davon die Rede, dass der „Klimawandel“ schuld daran sei. Doch von Wandel kann schon lange nicht mehr die Rede sein. Das Wort Krise trifft es eher. Denn während die industriell weiterentwickelten Länder des globalen Nordens die bisherigen Folgen der Klimakrise noch recht gut kompensieren können, führen Naturkatastrophen im globalen Süden häufig zu verheerenden Schäden mit hohen Opferzahlen. Darüber hinaus wird die Weiterentwicklung der südlichen Länder dadurch gebremst, dass immer mehr Finanzmittel in die Klimaanpassung fließen und für andere Bereiche wie Gesundheit, Bildung und Infrastruktur nur noch wenige Ressourcen zur Verfügung stehen.

Das alles wissen wir schon lange. Doch die Weltgemeinschaft tut sich trotzdem schwer damit, ausreichende Maßnahmen zu vereinbaren und diese auch in die Umsetzung zu bringen. Vielleicht fragst du dich auch deshalb: Sind wir also doch die Einzigen, die an der Rettung des Klimas interessiert sind?

Die Antwort ist ganz einfach: Nein.

89 Prozent der Weltbevölkerung sprechen sich für mehr Klimaschutz aus

Denn so wie du finden auch andere, dass die Klimakrise immer noch ein sehr wichtiges Thema ist. Genauer gesagt handelt es sich sogar um die Mehrheit: 89 Prozent. Das zeigt eine globale Studie, die im Jahr 2024 veröffentlicht wurde.¹ Fast 130.000 Menschen aus 125 Ländern wurden dabei befragt. Laut der Umfrage befürwortet eine große Mehrheit stärkere Unterstützung von Klimaschutzmaßnahmen im gesellschaftlichen sowie im politischen Bereich. Hier die zentralen Ergebnisse:

  • Rund 69 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bereit wären, jeden Monat 1 Prozent ihres Haushaltseinkommens für die Bekämpfung der globalen Erwärmung auszugeben.
  • 86 Prozent der Befragten gaben an, dass die Menschen in ihrem Land versuchen sollten, die globale Erwärmung zu bekämpfen.
  • Insgesamt 89 Prozent fordern von ihren nationalen Regierungen stärkere politische Maßnahmen, um die globale Erwärmung zu stoppen.

Es gibt auch Unterschiede zwischen den Ländern. So sind Länder, die bereits die Folgen der Klimakrise spüren, eher bereit, 1 Prozent ihres Haushaltseinkommens für den Kampf gegen die Klimakrise auszugeben, als Länder, die noch nicht so stark von der Krise betroffen sind. Dennoch geben die Daten Aufschluss darüber, dass eine breite Mehrheit der Weltbevölkerung die Klimakrise ernst nimmt und sie weiterhin als große Herausforderung sieht.

Auch in Deutschland gibt es Daten, die dieses Bild widerspiegeln:

  • So zeigt eine Studie, des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ), die 2025 erschien, dass 83 Prozent der Bevölkerung sich Sorgen um die Folgen des Klimawandels macht.²  Eine Mehrheit von 71 Prozent fordert mehr politisches Engagement im Bereich Klimaschutz. 
  • Eine weitere Umfrage der Organisation More in Common, die Anfang des Jahres 2026 veröffentlicht wurde, zeigt, dass mehr als die Hälfte der Menschen (55 Prozent) sich für eine Verstärkung der Klimaschutzmaßnahmen in der Politik aussprechen.³ Außerdem gaben 72 Prozent an, dass sie den menschengemachten Klimawandel anerkennen.

Gemeinsam für Klimaschutz: Du bist nicht allein

Mit dem Wissen, dass 89 Prozent der Befragten mehr Klimaschutzmaßnahmen fordern, wurde im vergangenen Jahr das Projekt „The 89 Percent“, an dem große Medien wie The Guardian beteiligt sind, gestartet. Ziel ist es, darauf aufmerksam zu machen, dass die Medien diesen Fakt in ihrer Berichterstattung oft nicht widerspiegeln. Was zum Ergebnis hat, dass viele Menschen glauben, sie wären die einzigen, die noch etwas gegen die Klimakrise täten, und sich dadurch unfair in die Verantwortung genommen fühlen. Andere Menschen wollen wiederum erst dann aktiv werden, wenn alle mitziehen – und genau diese Denkweise spiegelt sich auch in der internationalen Politik wider.

Was diese Zahlen jedoch deutlich zeigen, ist, dass du nicht allein bist. Ganz im Gegenteil! Nur weil etwas nicht im Vordergrund steht, heißt das noch lange nicht, dass es vergessen wurde. Und viel wichtiger: Du kannst etwas tun! Genau das war auch der Gedanke des damals neunjährigen Felix Finkbeiners, der Kinder dazu aufrief, in jedem Land eine Million Bäume zu pflanzen. Und auch wenn diese Idee nicht vollständig umgesetzt wurde, war sie der Beginn von etwas ganz Großem.

Bereits mehr als 110.000 Kinder haben sich dem Aufruf angeschlossen. Mehr als 100 Millionen Bäume konnten durch die Unterstützung von Plant-for-the-Planet und all seinen Fördernden und Spender*innen gepflanzt werden und so zur Renaturierung von Wäldern beitragen. Unsere Arbeit sowie die vieler anderer Organisationen und das Wissen, dass wir gemeinsam eine große Mehrheit bilden, die etwas bewegen kann, sollten dir zeigen, dass dein Einsatz wichtig ist! 

Du willst auch aktiv werden? Dann erfahre hier mehr über unsere Empowerment-Arbeit für Kinder und Jugendliche.

Du bist schon erwachsen? Dann erfahre hier, wie auch du helfen kannst.

Quellen: 

¹ Andre, P., Boneva, T., Chopra, F. et al. Globally representative evidence on the actual and perceived support for climate action. Nat. Clim. Chang. 14, 253–259 (2024). https://doi.org/10.1038/s41558-024-01925-3 

² Teichler, N., Groh-Samberg, O., & Gerlitz, J. Y. (2025). (Un) mögliche Transformation. Gesellschaft¬ licher Zusammenhalt und Einstellungen zum Klimawandel in Deutschland. Zweiter Zusammen¬ haltsbericht des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ). Leipzig: Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt. https://fgz-risc.de/fileadmin/media/publikationen/Zweiter_Zusammenhaltsbericht/Zweiter_Zusammenhaltsbericht_FGZ_web.pdf 

³ Gagné J., Melches, D. Klima-Update 2026: Gesellschaftliche Perspektiven auf die Klimaschutzdebatte. More in Common. Januar 2026. https://www.moreincommon.de/publikationen/klimaschutzdebatte-in-deutschland-klima-update-2026-more-in-common/