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3. Juli 2026
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Victoria Krumbeck

Mit Gamification für Klimaschutz motivieren – Botschafter Paul stellt seine App ClimateQuest vor

Aus der Reihe über inspirierende Botschafter*innen für Klimagerechtigkeit weltweit

Paul weiß schon heute ganz genau: „Mein Lebensziel ist, möglichst viel gegen die Klimakrise zu tun.“ Diesen Satz sagt er ganz selbstverständlich, dabei ist der Botschafter für Klimagerechtigkeit gerade einmal 15 Jahre alt. Doch statt nur über Klimaschutz zu sprechen, hat er selbst gehandelt: Mit seiner selbst programmierten App ClimateQuest möchte er Menschen motivieren, nachhaltige Gewohnheiten in ihren Alltag zu integrieren – spielerisch, gemeinsam und mit echtem Mehrwert für das Klima.

Vom Akademie-Teilnehmer zum App-Entwickler

Pauls Weg bei Plant-for-the-Planet begann ganz klassisch: Als Kind besuchte er eine Akademie und lernte dort, was die Klimakrise bedeutet und warum sie uns alle betrifft. Schon früh entdeckte er auch seine Begeisterung fürs Programmieren. Im Informatikunterricht lernte er zunächst, Websites zu erstellen. Zuhause brachte er sich immer mehr selbst bei, probierte neue Programmiersprachen aus und entwickelte seine Fähigkeiten kontinuierlich weiter.

„Ich dachte zunächst, dass das nicht klappt, aber ich habe es einfach ausprobiert – und es hat funktioniert“, erzählt Paul. Heute ist das Programmieren sein größtes Hobby. Seine Begeisterung geht sogar so weit, dass er sich zu Weihnachten einen eigenen Server gewünscht hat.

Aus Frust wird eine Idee

Paul hat das Gefühl, dass die Politik und die Gesellschaft der Klimakrise nicht die Aufmerksamkeit schenken, die sie verdient. „Es macht mich wütend“, sagt er. „Die Klimakrise ist eine existenzielle Bedrohung für uns und zukünftige Generationen.“ Besonders ungerecht findet er, dass ausgerechnet die ärmsten Länder die Folgen am stärksten spüren, obwohl sie am wenigsten dazu beigetragen haben. 

Hoffnung geben ihm Organisationen wie Plant-for-the-Planet und die vielen Menschen, die sich gemeinsam für Klimagerechtigkeit einsetzen. Gleichzeitig weiß Paul, dass einige Menschen selbst etwas für das Klima tun möchten, aber oft nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Genau deshalb hat er ClimateQuest entwickelt – um ihnen den Einstieg zu erleichtern und sie dabei zu unterstützen, selbst aktiv zu werden.

Klimaschutz wird zum Spiel

Um die App zu entwickeln, analysierte Paul verschiedene Spiele und Apps und schaute sich genau an, welche Mechanismen Menschen langfristig motivieren. Sein Ziel war es, möglichst viele unterschiedliche Spieltypen anzusprechen. Dadurch macht ClimateQuest nachhaltiges Handeln sichtbar und belohnt es mit einem spielerischen Punktesystem.

Wer beispielsweise mit dem Fahrrad statt mit dem Auto fährt oder eine andere klimafreundliche Aktion durchführt, trägt diese in der App ein und sammelt dafür Klimapunkte. Mit jeder Aktivität steigt das persönliche Level und macht den eigenen Fortschritt sichtbar. Zusätzlich können sich Nutzer*innen ein individuelles Wochenziel setzen. Wer dieses mehrere Wochen hintereinander erreicht, baut einen sogenannten Streak auf – ein zusätzlicher Anreiz, nachhaltige Gewohnheiten langfristig beizubehalten.

Gemeinsam mehr erreichen: Punkte sammeln und echte Bäume pflanzen

Klimaschutz funktioniert am besten gemeinsam – deshalb spielt die Community in ClimateQuest eine wichtige Rolle. In sogenannten Families oder Communities können sich Nutzer*innen austauschen, miteinander kommunizieren und ihre gesammelten Klimapunkte vergleichen. Darüber hinaus bietet die App zahlreiche Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen: Artikel veröffentlichen, Events organisieren, Fragen im Forum stellen oder Petitionen starten und unterstützen. Regelmäßige Quests sorgen für neue Motivation und besonders engagierte Mitglieder werden in einer Hall of Fame ausgezeichnet.

Ein besonderes Highlight: Die gesammelten Klimapunkte bleiben nicht nur virtuell. Sobald 500 Klimapunkte erreicht sind, erhalten Nutzer*innen einen Credit. Dieser kann für einen Baum eingelöst werden, den Plant-for-the-Planet pflanzt. So wird aus digitalem Engagement ein ganz konkreter Beitrag für den Klimaschutz.

Dank der ClimateQuest-Community konnten in nur wenigen Monaten bereits 40 Bäume gepflanzt werden. Außerdem nutzen inzwischen mehr als 100 Menschen die App. Für Paul hat sich die Arbeit gelohnt: Über Monate hinweg investierte er täglich mehrere Stunden in die Entwicklung. Seit Oktober ist die Website online. Zusätzlich gibt es ClimateQuest im Google Play Store und im Apple App Store.

Pauls Botschaft: Einfach machen

Allen jungen Menschen, die selbst aktiv werden möchten, gibt Paul einen einfachen Rat mit auf den Weg: „Einfach machen.“

„Am besten fängt man bei sich selbst an und motiviert dann sein Umfeld. Das Schwierigste ist anzufangen – der Rest kommt von allein.“

Auch an die ältere Generation richtet er einen Appell: „Man muss Dinge einfach ausprobieren. Zur Not geht auch mal etwas schief, aber nichts Dramatisches wird passieren. Viel abzuwägen und zu diskutieren bringt oft nichts. Wenn man jünger ist, traut man sich einfach mehr.“

Mit den eigenen Talenten die Welt verändern

Paul zeigt eindrucksvoll, wie aus einem Hobby ein wirkungsvoller Beitrag zum Klimaschutz entstehen kann. Sein Ziel ist klar: „Ich möchte dem Planeten nicht geschadet haben.“

Auch in Zukunft möchte er nachhaltige Technologien entwickeln – sowohl Software als auch Hardware, etwa innovative Lösungen für Energie- oder Wassereinsparung. Seine Geschichte macht Mut und zeigt: Jeder kann mit den eigenen Fähigkeiten etwas bewegen. Man muss nur den ersten Schritt machen.

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