
Vom 9. bis 12. Juli kamen Mitarbeitende und junge Engagierte von Plant-for-the-Planet zum Global President und Ambassador Council Meeting 2026 zusammen, das alle zwei Jahre stattfindet. Gastgeber war in diesem Jahr Plant-for-the-Planet Tschechien in der idyllischen Stadt Broumov – ein Ort, der den idealen Rahmen bot, um Erfahrungen auszutauschen, neue Ideen zu entwickeln und die Zusammenarbeit zu stärken. Mehr als 20 Teilnehmende aus unseren internationalen Schwesterorganisationen sowie junge Vertreter*innen des Global Ambassador Council (GAC) kamen zusammen und machten den Einsatz für Klimagerechtigkeit erlebbar. Sie stammen aus unterschiedlichen Regionen der Welt, verfolgen jedoch dieselbe Vision: global denken und lokal handeln.
Persönliche Begegnungen wie diese sind weit mehr als Strategietreffen – auch wenn strategische Entscheidungen selbstverständlich ihren Platz haben. Für viele von uns sind sie eine wichtige Erinnerung daran, warum wir uns für diesen Weg entschieden haben und weshalb wir uns tagtäglich für Klimagerechtigkeit einsetzen. Unser International Manager Patrick Beggan beschreibt es so: „Es ist nicht nur ein Arbeitstreffen. Sobald es beginnt, wird es auch emotional. Man trifft Menschen wieder, die man seit Jahren kennt, blickt gemeinsam auf Entwicklungen, Veränderungen und Herausforderungen zurück. Dabei wird spürbar, dass das eigene Engagement Wirkung hat und Sinn stiftet – und dass wir dieses Ziel nicht allein, sondern gemeinsam verfolgen.“
Während der vier gemeinsamen Tage richteten wir den Blick konsequent nach vorn. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie wir Plant-for-the-Planet weiterentwickeln, unsere Zusammenarbeit stärken und die nächste Generation dabei unterstützen können, Verantwortung zu übernehmen und den Wandel aktiv mitzugestalten.
Gemeinsame Strategien und junge Führung für Klimagerechtigkeit
Wer Klimagerechtigkeit voranbringen möchte, muss sich kontinuierlich weiterentwickeln. Wie Šimon Michalčík, Gründer von Plant-for-the-Planet Tschechien, betont, sind persönliche Treffen unverzichtbar. Sie helfen uns, den gemeinsamen Kern unserer Arbeit im Blick zu behalten und gleichzeitig unsere Strategien an neue Entwicklungen anzupassen: „Solche Treffen ermöglichen es uns, gemeinsam zu wachsen. Die Welt der Klimakrise und der Renaturierung entwickelt sich ständig weiter. Deshalb müssen wir nicht nur auf dem neuesten Stand bleiben, sondern die Entwicklung aktiv mitgestalten.“
Vor diesem Hintergrund waren die Ziele des Treffens klar definiert: den Zusammenhalt stärken, vorhandene Kompetenzen und Bedürfnisse sichtbar machen sowie die Zusammenarbeit innerhalb des weltweiten Netzwerks weiter vertiefen. Doch neben Strategieentwicklung und Wissensaustausch bot das Treffen vor allem Raum für gegenseitige Unterstützung. Die tägliche Arbeit für Klimagerechtigkeit bringt große Herausforderungen mit sich. Umso wichtiger ist es, Erfahrungen zu teilen, sich gegenseitig zu stärken und neue Motivation zu gewinnen. Gemeinsam entwickelten wir konkrete nächste Schritte und nahmen uns zugleich Zeit, persönliche Beziehungen zu pflegen. Denn genau diese gemeinsamen Werte und Verbindungen geben unserer weltweiten Bewegung ihre Kraft.



Globale Wurzeln für starke Regionen
Am letzten Tag führte das Treffen nach Prag. Dort fand auf der Dachterrasse Střecha Radost die öffentliche Veranstaltung „Global Roots, Local Resilience“ (dt.: Globale Wurzeln für starke Regionen) statt. Ziel war es, aus Ideen konkretes gemeinsames Handeln entstehen zu lassen – durch moderierte Vernetzung, praxisnahe Workshops und inspirierende Vorträge.
Den Auftakt bildeten vier Keynotes, die unterschiedliche Perspektiven auf Klimagerechtigkeit und gesellschaftlichen Wandel eröffneten. Die Trendforscherin und Mentorin Pavlína Louženská sprach über langfristiges Denken und die Bedeutung funktionierender Ökosysteme. Motivationsexperte Dan Wood zeigte Wege auf, wie aus guten Ideen konkretes Handeln wird. Ergänzt wurden die Beiträge von Jule Schnakenberg, Public Policy Advisor bei Plant-for-the-Planet und Leiterin von World’s Youth for Climate Justice (WYCJ). Sie beleuchtete juristische Wege hin zu mehr Klimagerechtigkeit und sprach über die Herausforderungen internationaler Klimabewegungen. Šimon Michalčík wiederum regte dazu an, unsere Beziehung zur Natur grundlegend neu zu denken.
Plant-for-the-Planet lebt vom Mitmachen. Deshalb sollte die Veranstaltung kein klassisches Vortragsformat sein. Unterschiedliche interaktive Formate sorgten dafür, dass sich alle Teilnehmenden aktiv einbringen konnten und der Austausch nicht auf einzelne Expert*innen beschränkt blieb. Gemeinsam beschäftigten sich die Teilnehmenden mit grundlegenden Fragen zur ökologischen Krise und zur Klimakrise. Diese Fragen laden auch zum persönlichen Nachdenken ein:
Wie stellen wir uns die Zukunft von Mensch und Natur vor? Wie gelangen wir dorthin? Welche Rolle kann ich selbst in dieser Bewegung übernehmen? Und wie mache ich den ersten Schritt – und bleibe langfristig dran?



Motivation in der Bewegung für Klimagerechtigkeit
In einer Welt, die von der Klimakrise und zahlreichen täglichen Herausforderungen geprägt ist, bleibt Motivation keine Selbstverständlichkeit. Die entscheidende Frage lautet daher: Wie schaffen wir es, dauerhaft aktiv zu bleiben?
Ein wichtiger Perspektivwechsel besteht darin, den Blick von einer Erzählung des unausweichlichen Niedergangs hin zu dem zu richten, was die Ökophilosophin Joanna Macy „The Great Turning“ nennt, den Wandel hin zu einer Zukunft, in der sich Mensch und Natur gemeinsam erneuern. Globale Krisen wirken oft überwältigend. Renaturierung eröffnet dagegen konkrete Möglichkeiten, direkt vor Ort aktiv zu werden und unsere Beziehung zur Natur neu aufzubauen. Wie Šimon Michalčík sagt: „Wir sind die ‘Generation Restoration’. Unsere Aufgabe ist es, Systeme wiederherzustellen, in denen sich Mensch und Natur gegenseitig stärken.“
Auf die Frage „Wie mache ich den ersten Schritt und bleibe dran?“ entstanden viele praktische Antworten: Eine erfahrene Person als Mentor*in suchen, sich zunächst mit nur zwei Menschen zusammenschließen, die an die eigene Idee glauben, mutig Fragen stellen und neue Wege ausprobieren. Niemand muss von Anfang an perfekte Lösungen haben. Entscheidend ist, überhaupt loszugehen, sich im eigenen Umfeld zu engagieren und Verbündete zu finden. Gleichzeitig braucht der Einsatz für Klimagerechtigkeit Geduld, denn gesellschaftliche Veränderungen brauchen Zeit. Mohammed Rabiu Dannakabu, Gründer von Plant-for-the-Planet Ghana, brachte es auf den Punkt: „Es ist unsere gemeinsame Ausdauer, die uns voranbringt.“
Viele Wurzeln, ein Wald
Am Ende unseres Treffens waren aus Ideen konkrete Vorhaben geworden. Neue Kontakte, gemeinsames Verantwortungsgefühl und klare nächste Schritte bilden die Grundlage für unsere weitere Zusammenarbeit, morgen, in den kommenden Wochen und weit darüber hinaus. Eine gemeinsame weltweite Strategie verbindet alle Organisationen von Plant-for-the-Planet. Wirklich wirksam wird sie jedoch erst durch das Engagement vor Ort. Unsere Botschaft bleibt deshalb klar: Wir handeln lokal und stehen dabei als weltweites Netzwerk fest zusammen.
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