
Was braucht es, damit junge Menschen den Schritt vom Wissen über die Klimakrise zum Handeln schaffen? Bei Plant-for-the-Planet hat diese Frage unsere Arbeit zur Stärkung junger Menschen geprägt und steht auch im Mittelpunkt der Gründe, warum wir in Deutschland mit dem UNESCO-BNE-Preis ausgezeichnet wurden. Im Laufe der Jahre haben wir gesehen: Wenn junge Menschen den Raum, die Mittel und die Unterstützung erhalten, sich zu engagieren, bringen sie sich ein und beginnen, den Wandel in ihren Gemeinden mitzugestalten.
Platz schaffen, in dem junge Menschen aktiv werden können
Seit 2008 arbeitet Plant-for-the-Planet mit Kindern und Jugendlichen in Deutschland zusammen. In den Akademien und eintägigen Workshops kommen Kinder zusammen, um die Ursachen und Folgen der Klimakrise auf spielerische Weise zu erkunden. Sie lernen durch Interaktion und Erfahrung, schlüpfen in Spielen in verschiedene Rollen, diskutieren reale Herausforderungen, pflanzen Bäume und entwickeln eigene Ideen für Maßnahmen. Dabei stärken sie ihr Selbstvertrauen und ihre Motivation und beginnen zu erkennen, dass sie etwas bewirken können.
Was diese Räume so wirkungsvoll macht, ist, dass sie von den jungen Menschen selbst gestaltet werden. Ausgebildete Botschafter*innen für Klimagerechtigkeit, die oft nur wenige Jahre älter sind, leiten die Veranstaltungen, geben ihr Wissen weiter und ermutigen andere, ihre eigene Stimme zu finden. Es handelt sich um eine Form des Peer-to-Peer-Lernens, und viele Teilnehmer gehen mit neuen Erkenntnissen nach Hause, die über die herkömmliche Bildung hinausgehen, sowie mit der Motivation, Projekte zu starten und sich mit anderen zu vernetzen, die ihr Engagement für Klimagerechtigkeit teilen.
Neben den Akademien bringen Schulworkshops diese Themen direkt in die Schulen, und Veranstaltungen wie die jährliche Kinderkonferenz bieten Klimagerechtigkeitsbotschaftern aus ganz Deutschland die Möglichkeit, zusammenzukommen, sich auszutauschen und voneinander zu lernen.



Wofür der UNESCO-BNE-Preis steht
Letzte Woche wurde unsere Arbeit in Dresden mit dem UNESCO-Preis „Nationaler Preis – Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ gewürdigt, der vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission verliehen wurde. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist ein von der UNESCO geleitetes globales Rahmenwerk, dessen Ziel es ist, Menschen dabei zu helfen, komplexe Herausforderungen wie die Klimakrise zu verstehen, über ihre eigene Rolle nachzudenken und die Fähigkeiten sowie das Selbstvertrauen zu entwickeln, um aktiv zu werden. „Bildung ist der Kern der Freiheit, und darauf gründet sich die UNESCO. Ein großer Teil davon liegt in der Zivilgesellschaft“, sagte Dr. Roman Luckscheiter während einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltung. In der Praxis verbindet BNE Wissen mit Selbstbestimmung, kritischem Denken und Mitwirkung. Die Anerkennung in diesem Rahmen unterstreicht, wie wichtig es ist, Lernräume zu schaffen, in denen junge Menschen sich mit realen Problemen auseinandersetzen und dazu beitragen können, eine nachhaltigere und gerechtere Zukunft zu gestalten. Es war besonders inspirierend, so viele Organisationen aus ganz Deutschland kennenzulernen, die durch Bildung etwas bewegen.
„Die Verleihung des BNE-Preises unterstreicht den Wert unserer Arbeit. Sie lebt von den vielen jungen Menschen, die sich mutig und voller Hoffnung für Klimagerechtigkeit einsetzen. Gerade in diesen schwierigen Zeiten motiviert uns das, uns weiterhin zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam zu handeln“, sagte Helena Thiemeier, die den Preis im Namen von Plant-for-the-Planet entgegennahm.

Eine globale Gemeinschaft aufbauen
Im Laufe der Zeit hat sich unser Ansatz weit über Deutschland hinaus verbreitet. Heute sind mehr als 110.000 junge Menschen, sogenannte Climate Justice Ambassadors, in 76 Ländern Teil dieser globalen Gemeinschaft. Doch der Fokus bleibt international derselbe: Räume zu schaffen, in denen Lernen zu Handeln führt und in denen junge Menschen erfahren, dass sie angesichts der Klimakrise nicht machtlos sind, sondern Teil der Lösung sein können. Denn wenn Gemeinschaften widerstandsfähig sind und junge Menschen gestärkt werden, wird echte Veränderung möglich.
Erfahren Sie hier mehr über unsere Arbeit zur Stärkung der Eigenverantwortung oder unterstützen Sie uns, damit wir diese Arbeit fortsetzen können.












