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Fruchtige Aussichten auf einstigem Parkplatz

Zwischen zwei Ausfallstraßen und direkt an einer vielbefahrenen Bahnlinie gelegen ist der Kleingartenpark Hansastraße in Dresden sicherlich nicht, was man aus dem Bauch heraus als Idyll zum Wohlfühlen und Ausspannen bezeichnen würde. Zusammen mit dem aufgelassenen Parkplatz machte der Zugang bisher auch einen eher tristen Eindruck. Zumindest bis zum Freitag des 27. Aprils 2018. Denn fast sechzig Kinder und Jugendliche machten sich emsig daran, diese Fläche in eine kleine Streuobstwiese zu verwandeln.

In bester Tradition und jahrelanger Praxis fanden sich das Team des Gymnasiums Bürgerwiese Dresden um Dr. Manuela Philipps, die Lokale Agenda 21 für Dresden e.V. sowie das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft zusammen, um diese Akademie mit sachsenweiter Ausstrahlung auf die Beine, oder besser auf die Stämme, zu stellen. Einmal mehr durften sich die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ganz als Ministeriale fühlen, denn die schicken Beratungs- und Konferenzräume der Staatsministerien für Finanzen und Kultus standen zu diesem Anlass dankenswerterweise wieder zur Verfügung. Der Kontext macht viel am Erfolg aus. Deshalb gebührt den Ministeriumsmintarbeiterinnen und Mitarbeitern Dank für eine etwas quirligeres Arbeitsatmosphäre in den Gängen, den Innenhöfen und der Freiluftkantine im Innenhof!

Souverän und abgeklärt führte Botschafterin Paula Albrecht nach dem geordneten Check-in in die Thematik ein, unterbrochen vom Weltspiel und einer lebhaften Frage- und Antwortrunde. Rhetorisch geschult ging es in die Mittagspause mit Gruppenbild auf den Stufen des Atriums. Danach folgte die von der Lokalen Agenda 21 um Kathleen Slanina und Julia Leuterer sowie dem Kleingartenpark generalstabsmäßig vorbereitete Pflanzaktion. Per Straßenbahn und zu Fuß gelangten wir zur Pflanzfläche. Vor Ort hieß es, den harten und teilweise versiegelten Boden der einstigen Parkfläche mit Spaten, Spitzhacke und Muskelkraft zu knacken und für die verlockenden Aussichten von Obstbäumen und -sträuchern zu bereiten. Die kleine Lektion zum Umgang mit Stecklingen von Johannis- und Stachelbeeren gehörte ebenso dazu, wie leckere selbstgebackene Kuchen, Muffins und sogar Torten.

Derart gestärkt ging es auf die Zielgerade im Ministerium. Vor interessiertem Elternpublikum blieben die mutigen Vortragenden keine Antwort auf kritische Nachfragen offen. Auch das strategische Geschick der künftigen Botschafter für Klimagerechtigkeit wurde eindrucksvoll unter Beweis gestellt; Palmöl und resultierende Monokulturplantagen, ganz zu schweigen von den Vor-Ort-Arbeitsbedingungen, kommen beispielsweise als Thema auf die Agenda einer Schularbeitsgruppe. Süß Kirschenessen wird das Interview mit Herstellern und Anbauern vermutlich nicht werden… Ermunterung zum Selberdenken und -handeln kam von Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen und Dr. Martin Kuhrau, zuständig für Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) im Kultusministerium, die es sich nicht nehmen ließen, die Urkunden zur Botschafterernennung persönlich und verbunden mit einem Grußwort zu überreichen. Danke!

Text: Martin Gerner

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